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Auch de Männergeſangverein hatte mitgewirkt und war, da man den allerhöchſten Hof allerunterthänigſt, aber auch vergeblich erwartet, in ſchwarzen Fräcken und weißen Halsbinden erſchienen, ſowie mit friſch gewaſchenen Glacé⸗ handſchuhen, weßhalb ſich auch beim Auftreten dieſer Genoſſenſchaft ein ſtarker Terpentingeruch im Saale ver⸗ breitete. Es war ein gewitterſchwüler, dunſtiger Sommerabend und daher heißer in dem Concertſaale, als man es wohl zu wünſchen pflegte. Das Thermometer zeigte ſchon beim Beginne dieſes Vergnügens vierundzwanzig Grad und kletterte bei jeder Nummer mit einer erſchreckenden Hart⸗ näckigkeit höher und immer höher, ſo daß man häufig ſtark ſchwitzende Zuhörer ſah, die konvulſiviſch lächelten bei all' den Schönheiten dieſer klaſſiſchen Muſiknahrung, von welcher man nicht mehr ſagen kann:„Laßt es genug ſein, denn wir haben genug,“ ſondern wo man, um nicht für einen Barbaren zu gelten, auszuhalten verpflichtet iſt bis zur letzten Note, bis zum krampfhaften Aufſchnappen nach Athem, ja bis zu einer Ohnmacht; und ſogar im letzteren Falle gibt es noch Kannibalen, die ohne Mitgefühl unwillig über ſolche Störung von der gedruckten Partitur aufſchauen, die ſie, häufig ohne alles Verſtändniß, geleſen, um für einen Muſikverſtändigen zu gelten, oder auch um jede Note, jeden Halt, jede Pauſe gewiſſenhaft zu kontroliren. Endlich hat der geniale Elfenbeinzermalmer die letzten Töne angeſchlagen, erhebt ſich nun in ſchlottriger Haltung und macht eine tiefe Verbeugung, begreiflicherweiſe umtoſt
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