324 Vierundſechzigſtes Kapitel.
Prr—r— dauz— bum— bum.
„Die haben doch unter der Schanze nicht recht aufgepaßt,“ ſagte Herr Brenner mit beſorgtem Blick;„der Reiſewagen ſeiner Erlaucht fährt dort freilich herauf, aber keiner von den Bedienten gibt ein Zeichen. Die Kerle ſitzen ſo ſtockſteif da, als wenn ſie angefroren wären; was iſt nun das ſchon wie⸗ der?“ Drunten ſah man indeſſen Gottſchalk auf der Mauer der Baſtei ſtehen und nun ein Zeichen geben, eifrig mit Schießen fortzufahren.
P—r— r— r— dauz, bum, bum, P—r— r— r dauz— bum.
Jetzt war der Wagen unten an die Terraſſe gefahren und der alte Herr von Braachen mit ſeiner Gemahlin ausge⸗ ſtiegen, beide freundlich grüßend, worauf der erſtere eifrig hinter ſich wies.
Da wurde denn auch, jetzt ſchon über dem Triumphbo⸗ gen der leichte Phaeton ſichtbar, der ſich in raſchem Lauf der Pforte näherte; neben der linken Seite deſſelben, wo jetzt die junge Gräfin ſaß, ritt der Baron von Breda.
Die Begrüßung der neuen Gutsherrſchaft ging nun vor ſich, wie das bei ähnlichen Veranlaſſungen zu geſchehen pflegt. Die Schuljugend ſang ſo richtig, als es nur möglich war, irgend einen beliebigen Choral. Dann überreichte eines der Mädchen den gewiſſen Blumenſtrauß, der Lehrer ſelbſt das unvermeidliche Gedicht, die Beamten machten ihre Verbeugun⸗ gen, wurden einzeln der jungen Gräfin vorgeſtellt und von ſeiner Erlaucht mit freundlichem Handſchlag begrüßt. Herr Brenner, als er das junge glücklichausſehende Paar vor ſich ſah, konnte ſich nicht enthalten, in dieſem feierlichen Momente zu ſich ſelbſt zu ſagen: Schäme dich, alter Narr! Dabei


