Zwei Jahre ſpäter. 323
lichſten, wenn der Schluß deſſelben einestheils nicht ſo traurig geweſen wäre.“
P—r—r— r— dauz!— knallte es jetzt unten auf der Schanze, und man ſah den Kupferſtecher, ſowie das Windſpiel umherſpringen, als wenn beide närriſch geworden wären.
Prrrdauz, bum, bum, krachte es wieder und Alles gerieth in Bewegung.
Gottſchalk eilte mit dem alten Jäger Klaus, der aus dem Nebengebäude herankam, nach der Schanze hinab, um dort die beiden Künſtler zu unterſtützen, welche darauf losknallten, als müßten ſie einen toll heranſtürmenden Feind abwehren. Die Kinder, die um das Baſſin ſtanden, kamen in Bewegung, ſtellten ſich in Reih' und Glied und ordneten ihre Blumen⸗ guirlanden, während ihnen der Lehrer in aller Eile noch einige Inſtruktionen gab.
Aus den Nebengebäuden kam die Dienerſchaft zahlreich herbei in der großen Galalivree und ſtellte ſich am Eingange der Terraſſe auf. Der Haushofmeiſter, die Kammerdiener, der wohlgenährte Portier, Leibjäger und Lakaien; Herr Bren⸗ ner ſtand mit den übrigen Beamten auf der Terraſſe ſelbſt.— Zwiſchen den glänzenden Livreen bemerkte man ein mageres Männchen mit unverkennbaren Zeichen großer Unruhe im Geſichte, eilig hin⸗ und her rennend, um dort einen Rock ſchärfer in die Taille hinabzuziehen, hier einer Troddel oder Quaſte ihren richtigen Platz anzuweiſen, dort die Maſchen einer weißen Halsbinde auszubreiten, um dadurch dem ganzen Anzug des Betreffenden mehr Glanz zu verleihen— es war Herr Schwö⸗ rer, der ſich alſo bemühte, und der nun zurücktretend und das Ganze mit Kennerblicken überſchauend, ſich ſelbſt eingeſtehen mußte, daß er mit Kunſt, Geſchmack und Eleganz gearbeitet!


