Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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322 Vierundſechzigſtes Kapitel.

So iſt's recht, erwiderte der Armenarzt,Sie werden mir die Bemerkung nicht verübeln, daß ich gar keine Luſt habe, heute mein Verbandzeug auszupacken. Ich bin zu etwas ganz Anderem daher gekommen, das werden Sie mir zugeben.

Der Kupferſtecher iſt ſonſt ein ganz gewandter Mann und außerordentlich gefällig und bereitwillig. Iſt er doch mit ſeinem Hauswirthe, dem Zimmermaler Klein, ohne alle Auf⸗ forderung hergegangen, um mitzuhelfen. Hat er doch den kleinen Kellner mitgebracht, der ebenfalls Alles gethan, um ſich nütz⸗ lich zu machen. Heute früh, fuhr Herr Brenner mit leiſer Stimme fort, wobei er ſich gegen den Doktor niederbeugte, haben ſie drunten in dem Saale, wo die Dienerſchaft ſpei⸗ ſen ſoll, das alte Bild des Herrn Larioz aufgehängt und außerordentlich ſchön mit Grün decorirt.

Ah, das alte Bild aus ſeinem Nachlaſſe?

Daſſelbe, es iſt aber doch wohl ſein Portrait; die Ge⸗ ſellſchaft im Reibſtein hat es angekauft, und mir erklärte der Kupferſtecher, mit Bewilligung ſeiner Erlaucht wolle er es hieher auf's Schloß ſtiften, und am heutigen Tage dürfe es nun einmal keinenfalls fehlen.

Ja, ja, er hat ſchon Recht! meinte der Doktor kopf⸗ nickend,und da es ſich nun doch einmal nicht anders wird thun laſſen, als daß ich häufig hier oben bin, ſo werde ich es mir auf mein Zimmer hängen laſſen, und wenn mich dann der Gottſchalk da beſucht, um mir, ſetzte er mit einem ge⸗ wiſſen Blinzeln der Augen hinzu,von ſeinen Fortſchritten zu erzählen, item, ſeine guten Zeugniſſe vorzulegen, ſo kann ich mich dann dabei einer Zeit erinnern, die ich mit zu der

beſten meines Lebens rechnen darf ja, mit zu der glück⸗