Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zwei Jahre ſpäter. 321

nichts ſehen ließe, ſtand am Fuße der Terraſſe, von der wir oben geſprochen, ein großer Mann, im Anzug eines herrſchaft⸗ lichen Förſters. Er war ſtattlich anzuſehen in ſeinem grünen Rocke, der mit ſilbernen Knöpfen und eben ſolchen Litzen ver⸗ ſehen war. Er hatte einen Hirſchfänger umgeſchnallt und hielt ſeinen Hut in der Hand. Es macht uns einige Mühe, den Herrn Brenner wieder zu erkennen, denn er hatte ſeinen vollen Kinnbart abgeſchnitten und, wie ſich für einen herr⸗ ſchaftlichen Förſter geziemte, nur den Schnurrbart ſtehen laſſen. Die kleinere Perſönlichkeit neben ihm erkennen wir augenblick⸗ lich, denn in deſſen Geſichte hatte ſich außerordentlich wenig verändert; Gottſchalk war indeſſen ziemlich gewachſen und ſah außerordentlich gut aus in der Kleidung, wie ſie die Zöglinge der königlichen Forſtakademie trugen.

Die beiden eben Erwähnten ſtanden vor einem Dritten, der auf einem Steine am Fuße des Berges ſaß und jetzt ſeine Brille feſter an die Augen ſchob und dabei nach der kleinen Schanze hinabblickte.

Sie werden mir zugeben, lieber Brenner, ſagte der Mann mit der Brille,daß es durchaus nichts ſchaden kann, wenn wir den beiden ſonderbaren Artilleriſten da unten noch Jemand vom Fache zugeben der Kußferſtecher, ſonſt ein braver Mann, er hat bei der Decoration im Schloſſe auf's Allerbeſte geholfen, und der kleine Kellner ſind mir nicht ge⸗ nügend, um ihnen da unten die Kanonen allein anzuver⸗ trauen. Sie werden mir erlauben, daß ich dieſe Bemer⸗ kung gegen Sie ausſpreche, item Sie bitte, noch Jemand dahin abſchicke.

Gewiß, Herr Doktor, es ſoll geſchehen, wie Sie ſagen, Klaus kann hinab und Gottſchalk auch.

Hackländer, Don Quixote. V. 21