Zwei Jahre ſpäter. 325
mußte er unwillkürlich die Lippen zuſammenbeißen und es war ihm gerade, als ſei ihm etwas in's Auge geflogen, das ihn ſehr inkommodirte.
Der Baron George von Breda hatte ſich während des Empfangs in den anſtoßenden Park verloren, und kam erſt einige Zeit ſpäter wieder zu der Geſellſchaft, als dieſe ſchon zu dem kleinen Familiendiner im Saale des erſten Stockes, wo man vom Balkon die wunderbare Ausſicht hatte, verſam⸗ melt war. Dort draußen an der Baluſtrade lehnte Eugenie und ſah mit feuchtem Blick und einem milden Lächeln auf den Zügen in die herrliche Fernſicht, die ſich von hier oben weit weit ihrem Blicke eröffnete. Als der Baron neben ſie trat, legte ſie zutraulich ihre Hand auf ſeine Schulter und ſagte ganz im herzlichen Tone früherer Zeiten:„Onkel George, wie es hier ſo ſchön iſt!————“
Der Kupferſtecher und Windſpiel hatten ſich in eine wahre Wuth hineingeſchoſſen, und man mußte ſie, als es nun auch für alle die Eingeladenen Zeit zum Eſſen war, faſt gewaltſam von ihren Kanonen und Böllern wegziehen. Der kleine Kellner hatte das Krachen der Geſchütze und das Hinziehen des kräu⸗ ſelnden Rauches über alle Beſchreibung poetiſch gefunden, und als er in dieſer weichen, gerührten Stimmung in das Gemach trat, wo er das Portrait ſeines Freundes und Gönners nun mit friſchem Grün bekränzt, wieder erblickte, da fing er an zu ſchluchzen, und Herr Wurzel mußte ihn derb ſchütteln, um ihn wieder zur Beſinnung zu bringen und in eine gehörige Verfaſſung zu ſetzen.
Bei dem Mahle, das hier unten ſtattfand und wozu ſich
die Köche keine ſchlechte Mühe gegeben hatten, da es galt, ihre
Collegen zu bewirthen, führte der Haushofmeiſter,— eine


