Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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Zwei Jahre ſpäter. 319

bemerkte man an ſeinem Aeußeren, daß ſich hier etwas ganz Abſonderliches begab. Da war am Fuße des Berges, wo der Weg ſich bog, aus grünem Laub eine Triumphpforte gebaut; da ſah man die Straße entlang bis zum Schloſſe zu beiden Seiten hohe Stangen, an denen luſtige Flaggen in Weiß und Blau, den Farben des Helfenberg'ſchen Hauſes, prangten; da waren die Fenſter oben mit Blumenguirlanden geſchmückt, über die Balluſtrade des breiten Balkons herab hingen buntfarbige Teppiche, und hoch oben auf dem Dache war die große Fahne mit dem Wappen aufgezogen.

Vor der Terraſſe dehnte ſich eine Strecke weit den Berg hinab eine weite Raſenfläche mit den verſchiedenſten Blumenpartieen, in deren Mitte ſich ein großes Baſſin befand, aus dem ein dicker Waſſerſtrahl hoch empor ſprühte. An dem Waſſerbaſſin ſah man neugierige kleine Mädchen ſtehen in weißem Anzuge und Knaben im Sonntagsſtaate die Schuljugend des zur Herrſchaft gehörigen Dorfes, welche, den Lehrer an der Spitze, gekommen war, den Grafen und die Gräfin gehörig zu begrüßen.

Unterhalb dieſes Raſenplatzes ſah man Zurüſtungen zu allerlei Feuerwerk gemacht, auch führte von dort ein kleiner geſchlängelter Pfad nach einer Art Baſtei, die ſich zur Seite befand, wo der Berg ziemlich ſteil in das Donauthal abfiel. Dieſe Baſtei war mit kleinen Kanonen und Böllern beſetzt; in der Mitte erhob ſich eine Stange, ebenfalls mit weiß und blauer Fahne, und an der kleinen Mauer, welche das Ganze hier umgab, lehnte ein Mann mit dichtem Barte und brummte in tiefem Baß vor ſich hin:

Ihr Conſtabler auf der Schanze, Spieltet auf zu dieſem Tanze Mit Karthaunen groß und klein.

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