Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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318 Vierundſechzigſtes Kapitel.

Das iſt aber keine Ueberraſchung, entgegnete die Dame. Du kannſt dir denken, daß meine Schweſter Alles aufs umſtändlichſte berichtet, von unſerem Hierſein, von der Art, wie du alle Verbeſſerungen, die Helfenberg gewünſcht, unter deinen Augen machen ließeſt, wie ſehr du dich freueſt, Beide wiederzuſehen, und nach alle dem würden ſie es ſeltſam von dir finden, wenn du ihnen nicht entgegen kämſt.

Ich denke faſt, du haſt Recht, ſagte George von Breda, während er langſam ſeinen Hut aufſetzte. Der Baron hatte in den vergangenen Jahren ein klein wenig gealtert; man hätte ſagen können, er halte ſich nicht mehr ſo außerordent⸗ lich aufrecht wie früher. Doch zeigte ſein Geſicht einen an⸗ genehmen Zug von Zufriedenheit und ſeine Augen blickten ruhig und heiter.So will ich denn reiten, ſagte er; wenn ich nur genau wüßte, welchen Weg ich nehmen ſoll; ich kann mir nicht recht denken, daß Hugo vom Gute deiner Schweſter nach der Chauſſee einbiegen läßt; ich glaube immer, er fährt den Waldweg.

Mit dem ſchweren Reiſewagen? wo denkſt du hin!

Ich habe für Henriette einen Phaeton hinausgeſchickt; du wirſt ſehen, den benutzt er ſelber mit Eugenien.

Er ſprach dieſen Namen freundlich, ruhig und wohlwol⸗ lend aus, ohne daß ſich ein Zug in ſeinem Geſichte geändert hätte. Dann beugte er ſich über das Geländer hinab und rief:Laſſen Sie Lord vorführen! Er reichte ſeiner Frau die Hand, ſtieg die Treppen der Terraſſe hinab, ſchwang ſich unten auf ſein Pferd und ritt langſam auf der breiten Straße dem Thale zu.

Wie wir vorhin das Schloß Stromberg flüchtig be⸗

ſchrieben, ſo ſah es zu gewöhnlichen Zeiten aus, heute aber