Zwei Jahre ſpäter. 313
die Herrſchaft von hier nach Stromberg führen ſollte. Daß er von den edlen glatten Thieren hinweg, die mit den Hufen ungeduldig im Sande ſcharrten und mit den Köpfen ſchüttel⸗ ten, faſt mitleidig zu ſeinen müden Gäulen hinüberſchaute, welche ihre Häupter hängen ließen, iſt wohl begreiflich; doch miſchte ſich nicht die Spur von Neid in dieſe Betrachtungen. Als er ſich von den Stallleuten verabſchiedet hatte und in den Sattel ſprang, ritt er zufrieden durch den duftigen Wald der Landſtraße zu und dachte an ſein kleines Haus mit der Bank davor, wo er heute Abend ſitzen werde, die Beine weit aus⸗ geſtreckt, ſeine Pfeife rauchend und dabei den Kindern erzäh⸗ lend von dem nobeln Herrn und der wunderſchönen Dame, die er heute Nachmittag geführt.
Als der Reiſewagen des Grafen eingeſpannt war, erſchien einer der Bedienten mit der Meldung: Seine Erlaucht wollten mit der Gräfin nach Stromberg fahren in dem kleinen Phae⸗ ton, der für den Baron und die Baronin beſtimmt ſei, dieſe aber würden ſich in den Reiſewagen ſetzen.
Ob der feine Hieb, den der Kutſcher nach Anhörung dieſer Botſchaft dem Vorläufer⸗Handpferd, das allerdings ein wenig ungeduldig hin und her trat, mit der äußerſten Spitze der langen Peitſche verſetzte, wirklich dieſer Unart galt oder ob der Unmuth, die Herrſchaft an dieſem wichtigen Tage nicht führen zu dürfen, ſeinen Arm gelenkt hatte, laſſen wir dahin geſtellt ſein,— genug, die Sache wurde ausgeführt wie vor⸗ hin befohlen.
Wenige Augenblicke nachher erſchien Graf Helfenberg, die
Baronin führend, und trat an ſeine Pferde, nachdem er den Kutſcher freundlich gegrüßt, und klopfte jedem der Thiere wohlgefällig auf den ſchlanken Hals.
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