Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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308 Vierundſechzigſtes Kapitel.

O Gott! das kann ich ja nicht, rief ſie aus, indem Thrä⸗ nen ihre Augen füllten,komme ich ja hier in meine Heimat zurück, in meine gute, liebe Heimat, in meine ſüße Heimat da den Baum kenne ich wieder und den auch! Was, ſogar Blumen hinter den alten Steinbänken? Dort iſt auch die früher ſo verfallene Brücke! Ahl das iſt lieb, Hugo, daß das graue Gemäuer mit Schlingpflanzen verziert wird. O wenn du nur fühlen könnteſt, wie in dieſem Augenblicke mein Herz ſchlägt!

Ich fühle es, meine Eugenie.

Nun ſprach ſie nichts mehr; ſie beugte ſich vornüber, ſie ſchaute mit ſtarrem, eigenthümlich funkelndem Auge hinaus und man ſah, daß ihre Gedanken den Blicken weit voran⸗ flogen.

Jetzt rollte der Wagen über die Brücke, kurze Zeit darauf bog er links und nun hatten ſie die Avenue erreicht, wo vor⸗ dem die herabgeſtürzten Steinfiguren gelegen. Dieſe waren verſchwunden, und das Ganze hatte ſich ein wenig verändert; rechts und links ſah man Gebüſche und einzelne Bäume wegge⸗ nommen und ſo, was ſtehen geblieben, von dem anderen iſolirt, daß nun das Buſchwerk in zierlichen Gruppen auf der Ebene vertheilt war. Der Boden war mit einem ſaftig grünen Ra⸗ ſen bedeckt, und der ehemalige Fußpfad hatte ſich in einen breiten, ſanft geſchlungenen Fahrweg, mit weichem Sande be⸗ ſchüttet, verwandelt.

Das alles bemerkte Eugenie wohl, aber ſie gab durch kein Zeichen zu erkennen, daß ſie es ſah; ihre Blicke bohrten ſich zwiſchen die Bäume hinein, und jetzt zuckte es in weh⸗ müthiger Freude auf ihrem Geſichte auf. Da in einiger Entfernung wurde ja das kleine Schloß ſichtbar, in dem ſie