Gemüth, ja, warum ſoll ich's läugnen, auch ihr Herz gefan⸗
gen hielten.“
„Das war ja meine Schuldigkeit, liebes Kind; ich war Egoiſt, weiter nichts.“
„Verkleinere nicht das, was du gethan, Hugo!“ bat ſie mit dem herzlichſten Tone ihrer Stimme.„Wußte ich doch damals, wie innig du mich liebteſt, und wie es dir durch die Seele ſchnitt, daß ich noch eine Zeit lang ſo düſter fortträumte.“
„Und als du erwachteſt?“ fragte Hugo mit einem treu⸗
herzigen Lächeln.
„O da fühlte ich mich glücklich, ſelig wie eine Gefan⸗ gene es nur ſein kann, deren Feſſeln ſich löſen, die aus dumpfigem Kerker nun mit einem Male an die friſche, freie Himmelsluft, an den hellen, glänzenden Tag tritt.“
„Und dieſer Tag, Eugenie?“ ſagte der Graf nach einer kleinen Pauſe, während welcher er ihre Hand an ſeine Lippen gedrückt hatte,„erſchien er dir glücklich? Dachteſt du wirklich nicht mit einer kleinen Sehnſucht an die Vergangenheit?“
Statt aller Antwort ſchlang ſie haſtig ihre beiden Hände um ſeinen Hals, drückte ſich feſt an ihn und verſetzte erſt nach einer längeren, ſüßen Pauſe:
„Du böſer, böſer Menſch! Wenn du noch einmal ſolche Fragen ſtellſt, ſo ſchließe ich die Augen und ſchlafe ein, um nichts von alle dem zu ſehen, was du hier gemacht.——— 4 Aber nein, nein,“ fuhr ſie darauf luſtig fort, indem ſie wie ein tolles Kind von ihrem Sitze emporſprang, und ſich dann wieder tief in die Kiſſen des Wagens fallen ließ,„damit wäre ja nur ich geſtraft, und zur Strafe für dich will ich recht luſtig ſein.— Nicht wahr,“ ſprach ſie ſchelmiſch lächelnd, „ich ſollte wohl hier ganz ſtill und nachdenklich ſein?—
Zwei Jahre ſpäter.
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