Ein Miethwagen. 19
gekommen zu ſein, und hätte dabei wahrſcheinlich ſehr, ſehr viel mehr geſagt, als es ſeiner Stellung nach paſſend ge⸗ weſen wäre, und wenn er das auch ſelbſt fühlte, ſo ver⸗ wirrte ihn dagegen wieder die liebliche Geſtalt des jungen Mädchens ſo vollkommen, ließ ſein Herz ſo heftig ſchlagen, brachte ſein Blut in ſolche Aufregung, daß er am liebſten gar nichts mehr geſagt, ſondern ſtumm und ſelig zu Eu⸗ geniens Füßen niedergeſtürzt wäre, ihr ſeine glühende Liebe geſtehend.
Die kluge alte Frau, welche beſorgt in ſein leuchtendes Auge blickte, mochte wohl etwas Aehnliches befürchten, und um dem zuvorzukommen, ſagte Sie:„Laſſen Sie das nur gut ſein; das gnädige Fräulein iſt ſo lieb und freundlich, daß ſie es wohl begreift, in welche Freude es Sie verſetzen muß, daß Sie ſich um ſo Vieles beſſer befinden, und ich muß geſtehen, Sie haben ſich in der letzten Zeit wieder auffallend verändert.“
Dieſe Worte, deren Nebenbedeutung der Neffe des Jägers wohl verſtand, verfehlten auch auf ihn ihre Wirkung nicht, und er gab ſich alle Mühe, das wirklich zu ſcheinen, was er vorſtellte: ein armer, eben geneſener Kranker, der es in tiefſter Unterwürfigkeit dankbarſt anerkennt, daß eine ſo vornehme Dame, wie Fräulein Eugenie, ihn ihres Mitleids, ja, man könnte beinahe ſagen, ihrer Aufmerkſamkeit, gewürdigt.
So ſehr er ſich aber auch bemühte, in ſeiner Rolle zu bleiben, wozu auch gehörte, daß er es ſtandhaft ablehnte, ſich in Gegenwart des gnädigen Fräuleins zu ſetzen, wozu ihn die Großmutter einlud, ſo hatte doch ſein freilich etwas eigen⸗ thümliches Weſen beim Eintritt ins Zimmer einen, wenn auch noch unbeſtimmten, Argwohn in die Seele des jungen


