Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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Ein Miethwagen. 9

Herz klang. Klaus hatte geſagt: ſein Neffe, jener arme Jäger, dem ſie ja mehrere Mal draußen in der Waldhütte begegnet, freue ſich ſo ſehr, ſie wiederzuſehen.

Oft war das junge Mädchen im Begriff geweſen, ſelbſt das dem Onkel George zu erzählen und ihn um ſeine Be⸗ gleitung zu bitten; aber er war in letzter Zeit ſo ſeltſam gegen ſie geweſen, oft ſo unerklärlich hart, daß, wenn ſie daran dachte, ſie einen Schmerz in ihrem Herzen fühlte und oftmals kaum ihre Thränen zurückhalten konnte. Was hatte Onkel George eigentlich gegen ſie? Sie konnte es ſich nicht erklären; war ſie ſich doch vollkommen gleich gegen ihn ge⸗ blieben; wußte ſie doch Niemand auf der Welt, in deſſen Geſellſchaft ſie ſich lieber befand, mit dem ſie angenehmer und herzlicher ſprechen konnte, als mit Onkel George. Wie lauſchte ſie, wenn er aus war, auf das Knirſchen der Räder ſeines Wagens im Sande, oder auf den Galopp ſeines Pferdes, wenn er in den Hof ſprengte! Wie wäre ſie ihm in ſolchen Augenblicken gern über Treppen und Gänge ent⸗ gegen geflogen, fühlte aber dagegen auch wieder, daß ſie ruhig warten mußte, bis er hinauf kam und ſie ihm dann nur eine Hand reichen durfte, während ſie ihm doch gern beide gegeben hätte.

Vergeblich hatte Eugenie ſich lange bemüht, zu finden, was für eine Urſache es ſein könne, daß der Onkel ſein Be⸗ tragen gegen ſie geändert. Sie wußte genau den Tag, wo dies geſchehen war, und nachdem ſie alle Ereigniſſe dieſes Tages genau durchdacht, ſo blieb ſie bei Einem ſtehen, das aber am Ende auch nicht ſo eingewirkt haben konnte. Es war, als ſie die Orangenblüthen der Tante hatte bringen wollen, als er ihre beiden Hände gefaßt und ſie ſo nahe, ſo

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