Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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6 Einundfünfzigſtes Kapitel.

Was geht mich die fremde Mamſell an! Er ſteckte die Peitſche in das Lederfutteral neben dem Bock, nahm die Zügel zwiſchen die Kniee und holte dann aus ſeiner unend⸗ lich tiefen Hoſentaſche eine Hand voll Münze heraus, ſehr viel Kupfer und Scheidemünze, unter denen ſich ein funkelnder neuer Thaler ſogleich bemerkbar machte.

Das Stück hat dir die Dame gegeben! rief haſtig der Baron.Nicht wahr, es iſt ſo?

Ja, ich glaube, daß Sie Recht haben; aber ich habe natürlicher Weiſe viel darauf herausgeben müſſen.

Gleichviel, hier iſt ein zweiter Thaler und dann noch ein dritter, für den ich das andere Stück einwechsle.

Ich wäre ſchon zufrieden, ſagte der Kutſcher lächelnd, indem er ſich am Kopfe kratzte,aber was bekomme ich für das Wechſeln? Da er aber auf dieſe Frage ſelbſt keine Ant⸗ wort zu erwarten ſchien, ſo nahm er Zügel und Peitſche wie⸗ der an ſich, fuhr mit letzterer grüßend an ſeinen Hut und ſagte, indem er davon fuhr:Droſchke Numero acht, halte mich beſtens empfohlen.

George von Breda achtete nicht weiter auf ihn; er hatte ſein Taſchenbuch hervorgezogen, um den neuen Thaler, den er vom Kutſcher ausgewechſelt, dort hinein zu legen; ſeine Lippen umſpielte ein trauriges Lächeln, als das blanke Geld⸗ ſtück mit der kleinen Roſenknospe zuſammen kam. Darauf ſchritt er langſam durch die mittlere Gaſſe nach dem Blumen⸗ markte hin. Den neuen Thaler, den er ſo eben bekommen, kannte er, daran war nicht zu zweifeln, wenn er ſich auch mit Gewalt überreden wollte, als irre er ſich in der ganzen Sache; er hatte ihn ſelbſt als ein noch ſeltenes Stück neuen Gepräges vor einigen Tagen gegen andere Münze Eugenien