Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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4 Einundfünfzigſtes Kapitel.

ſelbe Fiaker ſein? dachte er und ging ein paar Schritte in die mittlere Gaſſe hinein, in welcher das Raſſeln und der Huſſchlag der Pferde deutlicher und immer deutlicher ertönte. Der Wagen, der vorhin bei ihm vorbei gefahren, war eine blaue Caleſche, mit Schimmeln beſpannt. Er fühlte ſein Herz gewaltſam ſchlagen, als ſich jetzt in der Biegung der Straße vor ihm zwei helle Pferde zeigten, ein blauer Fiaker ja, er täuſchte ſich nicht, derſelbe Wagen, den er vorhin geſehen. Der Baron ſtellte ſich ſo dicht an der Stelle der ſchmalen Gaſſe auf, wo der Wagen vorüber mußte, daß er im Stande war, das Innere ⸗deſſelben zu überſehen und daß er zu gleicher Zeit dem Kutſcher winken konnte, anzuhalten. Dieſer kam näher, fuhr aber langſamer als vorhin; jetzt hatten die Köpfe der Pferde den Wartenden erreicht. Er blickte in den Wagen derſelbe war leer. Der Kutſcher, der in der Meinung war, der Herr am Wege wolle mit ihm fahren, hielt an und wandte ſich deßhalb mit einer höflichen Frage an den Baron.

George von Breda trat dicht an den Fiaker hin, nahm

haſtig einen Thaler aus der Taſche und fragte:Willſt du

das mit leichter Mühe verdienen?

Der Kutſcher ſchmunzelte.

Nicht wahr, du biſt vor wenigen Augenblicken denſelben Weg gefahren?

Das bin ich wohl, antwortete zögernd der Kutſcher, welcher erſtaunt in das Geſicht des fremden Herrn blickte, der ein paar ganz curioſe Augen machte.

Du hatteſt eine einzelne Dame im Wagen?

Ja, das hatte ich, lautete die Antwort, die aber erſt nach einigen Sekunden Ueberlegung kam.