Ein Miethwagen. 3
auch dort die Dame in die Ecke des Fiakers geſchmiegt. Und wenn ihn ſein gutes Auge nicht täuſchte, ſo trug dieſe Dame einen grauen Mantel mit weißen Quaſten und ein dunkelblaues ſeidenes Kleid.—
Warum ſollte es unmöglich ſein? dachte er, und damit knirſchten ſeine Zähne zuſammen. Gewiß, es iſt möglich, fuhr er gemäßigter fort; vielleicht drängt es ſie, baldigſt wieder nach Hauſe zu kommen, und um den Weg abzukürzen, nahm ſie einen Miethwagen. Aber was hätte ſie in jenem Viertel zu ſchaffen? Dort ſind keine Gewölbe, wo ſie ihre Einkäufe macht, dort wohnen keine ihrer Bekannten. Oh! oh! Er drückte die Hand an die Stirn und befand ſich nun am Ende der Straße, wo der Fiaker rechts um die Ecke verſchwunden war. Dort mündeten aber drei Gaſſen nach verſchiedenen Richtungen, und jede lief in ſolchen Schlangen⸗ linien, daß man keine mehr als auf wenige Schritte überſehen konnte.
Der Baron blieb ſtehen, und zwar, um kein Aufſehen zu erregen, vor einem kleinen Laden, wo er gemalte Pfeifenköpfe zu betrachten ſchien, in Wahrheit aber nicht das Geringſte davon ſah, ſondern nur mit angeſtrengter Aufmerkſamkeit lauſchte, ob er nicht das Rollen des Wagens vernähme, das ihm vielleicht den Weg verriethe, welchen derſelbe genommen. — Aber er hörte nichts; ringsum war Alles ſtill und faſt menſchenleer; nur ſelten tauchte in einem der Gäßchen eine Frau oder ein Kind auf, welche ſich in einen Laden begaben, um dort Einkäufe zu machen.
Schon wollte der Baron aufs Gerathewohl eine der Straßen einſchlagen, als er deutlich das Rollen eines Wagens vernahm, der ſich zu nähern ſchien. Sollte das vielleicht der⸗


