Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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2 Einundfünfzigſtes Kapitel.

tiefte, war öfters ſeine heitere Laune in Gefahr, wieder zu verſchwinden, und düſtere Wolken des Mißtrauens drohten aufzuſteigen. Er kämpfte jedoch gewaltſam mit ſich und war endlich ſo weit gekommen, ſein ganzes Treiben der letzten Zeit, gelinde geſagt, für lächerlich zu halten, wobei er ſich all' die kleinen Zeichen und Worte ins Gedächtniß zurückrief, die ihm doch genugſam Zeugniß geben konnten von der völligen Unbefangenheit des jungen Mädchens, von der Unſchuld ihres Herzens.

Aber und doch!

Er hatte eine Straße erreicht, die bei den inneren, wenig eleganten Ouartieren der Stadt, welche an ſeiner linken Seite lagen, vorbeiführte, und wollte gerade eine Quergaſſe, die dort hineinlief, paſſiren, als ein raſch vorüberrollender Miethwagen ihn zum Halten zwang. Dieſer war bedeckt und völlig geſchloſſen; der Baron blickte unwillkürlich hinein und nein, das war unmöglich und doch, der Anblick hatte ihn ſo heftig gepackt, daß er hätte laut aufſchreien mögen. Aber nein! nein! es war nicht Eugenie, wie er zuerſt ſicher geglaubt, die, in die Ecke des Wagens gedrückt, dort hinfuhr. Einen Augenblick lächelte er über ſeine komiſche Phantaſie und fand es unbegreiflich, daß er das junge Mädchen, deren Bild beſtändig vor ihm gaukelte, überall ſah. In welcher Abſicht ſollte ſie bei dieſem herrlichen Wetter in einem ver⸗ ſchloſſenen Fiaker fahren? Sie hatte ja den kleinen Phae⸗ ton ganz zu ihrer Verfügung. Bei dem Gedanken an den kleinen Phaeton ſchien ſich ſein Herz ſchmerzhaft zuſammen zu ziehen; in dem Wagen hatte er ſo oft neben ihr geſeſſen, ſie unzählige Male von der Seite betrachtet, und er mochte noch ſo ſehr darüber lächeln gerade ſo wie Eugenie ruhte