Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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272 Fünfzigſtes Kapitel.

Werbung des Baron Fremont Kunde erhalten, und ihr Weſen ſei ſeither verändert. Daß er ſelbſt anders geworden war und manchmal ſchroff gegen ſie ſein konnte, einen ihrer aufrichtigſten Blicke finſter erwiderte, ein Wort, das ihm außergewöhnlich erſchien, barſch beantwortete, fiel ihm nicht ein; er dachte nicht an die Urſache ſondern nur an die Wirkung, und er hatte nicht Unrecht, als er endlich mit Schrecken zu bemerken glaubte, daß das junge Mädchen in ſeiner Gegenwart befangen wurde, daß ſie ihre Augen nicht mehr ſo offen und frei gegen ihn aufſchlug, wie früher, daß ſie ſich mit ihrem zartfühlenden Herzen ſcheu in ſich zuſammenzog, wie gewiſſe Pflanzen und Blüthen bei rauher Berührung.

Wenig verminderte es ſeinen erwachten Argwohn, daß weder die Baronin, noch ſeine Schwägerin, noch ſonſt Jemand ſeit jenem erſten Male über die Verbindung Eugeniens mit dem Baron Fremont weiter mit ihm ſprach. Man intriguirt im Geheimen gegen mich, dachte er; man wird nächſtens mit der fertigen Sache vor mich hintreten; ich habe alsdann nur noch Ja zu ſagen.

Es war dem Baron früher nie eingefallen, ſich darnach zu erkundigen, wohin ſeine Frau und Eugenie ihre Spazier⸗ fahrten richteten, welche Beſuche ſie machten, was ſie überhaupt in dieſer Richtung in ſeiner Abweſenheit thaten. Wie oft war Eugenie in dem kleinen Phaeton allein ausgefahren, hatte eine Bekannte aufgeſucht, oder war in den Umgebungen der Stadt geweſen! Damals hatte es ihn nur gefreut, wenn ſie überhaupt ſeinen kleinen Phaeton benutzte, er war ihm da⸗ durch nur um ſo lieber geworden. Jetzt fand er es nicht mehr ſo recht paſſend, daß ein junges Mädchen allein aus⸗ fahre, und er hatte ſchon mit der Baronin darüber geſprochen,