Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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270 Fünfzigſtes Kapitel.

ihn bis jetzt ſo glücklich gemacht, in ſein Herz zurück, wohl aber eine Ruhe, wenn auch keine erquickende Ruhe; es war jene nicht mehr, die ihn ſtundenlang heiter und zufrieden an Eugenie denken ließ, wenn ſie abweſend war, oder die ihm beim Anblicke des lieblichen Mädchens ein inneres reines Ver⸗ gnügen gewährte; es war vielmehr die Ruhe, die wir uns gewaltſam aneignen, um Körper und Seele zu ſtärken für unabweisbare Kämpfe, jene Ruhe, die eigentlich keine Ruhe iſt, ſondern nur ein fieberhaftes Hinträumen, in wel⸗ chem wir angſtvoll jede äußere Erſcheinung betrachten, jede Wolke am klaren Himmel argwöhniſch beobachten, ob ſie nicht auf uns einen zerſchmetternden Blitzſtrahl herabſenden werde. Auch Eugenie! O, dieſes ſchreckliche Wort konnte ſein Herz jetzt freudig erbeben machen, um ihm gleich darauf das tiefſte Weh zu bereiten.

So ging es George von Breda, wenn er ſich bei Eu⸗ genien im Zimmer befand und mit düſterem Blicke ihre wun⸗ derbare Geſtalt betrachtete, doch dabei nur mit halbem Ohr ihren Worten lauſchend. Der Galoppſchlag eines Pferdes, das Raſſeln eines Wagens ſchreckte ihn empor; es konnte ja Fremont ſein oder die Mutter Eugeniens, oder ſonſt ein Feind, der kam, um ihm ſein Glück zu entreißen. Wie hatte es ihn ſonſt ſo erfreut, dem jungen Mädchen zuzuſchauen, wenn ſie im Wintergarten ſaß, den Kopf in die Hand ge⸗ ſtützt, und nachſinnend dem aufſteigenden Waſſerſtrahle zu⸗ ſchaute. Jetzt beunruhigte ihn ein ſolches Nachſinnen. Was ging durch ihre Seele? Hatte ſie ihre Mutter geſpro⸗ chen, hatte ſie Briefe von dieſer erhalten, hatte vielleicht Fre⸗ mont Mittel gefunden, ſich auf irgend eine Art dem Mädchen zu nähern? Dachte ſie vielleicht ſelbſt an eine veränderte

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