Selbſtqnälereien. 267
nachdem wir einen ſchüchternen Blick in den Spiegel geworfen, daß ſie die Vergißmeinnicht dem Veilchen vorzog, wo wir überzeugt waren, es nie zu begreifen, warum das verfluchte Quadrat der Hypothenuſe gleich ſei mit jenem dummen Qua⸗
im drat der beiden Katheten, wo wir ſelbſt einſahen, daß wir n ſih nie etwas Rechtes lernen würden und uns alſo wirklich nur 30 t die Wahl blieb zwiſchen Tambour und Schneiderlehrling, wie ur uns unſer Vater prophezeite! ann Vorbei!— Die Tage folgen einander, aber gleichen ſich deſen nur in den Selbſtquälereien, die wir nicht laſſen können und welche mit jedem Tage ſtärker werden. Dabei iſt es eigen⸗ u thümlich, wie ſehr ſie ſich bei manchen Unglücklichen ſteigern, 1 wenn jene Zeit herannaht, wo man in der That verliebt iſt. mih⸗ Da entwickelt ſich aus der gewöhnlichen Selbſtquälerei eine m ebenſo furchtbare Schweſter, die Eiferſucht, und was die eine auj erfährt, oder auch nur erdenkt, das flüſtert die andere hohn⸗ Id des lachend in unſer Ohr. Die Beiden zuſammen aber verwan⸗ iü d deln uns vollkommen, und ſind wir ſchon vorher aufgeregter 3 au Natur geweſen, ſo werden wir jetzt förmliche Narren; haben ht am wir uns aber bis dahin ein ruhiges Temperament bewahrt, für die ſo iſt alsdann die Zeit gekommen, wo wir uns ruhelos um⸗ „ohne hertreiben, wie das perſonificirte ſchlechte Gewiſſen, wo ſich hmähte unſer heiterer Blick trübt und wir ſelbſt am hellen Mittage lhaften Schatten und Geſpenſter zu ſehen glauben. 4 aß und George von Breda war einer von den Glücklichen, die iir eine früher wenig oder gar nicht unter Selbſtquälereien gelitten; 4 der. O er war eine ruhige harmoniſche Natur, mit Philoſophie genug, Werth⸗ um das Leben gerade ſo zu nehmen, wie es ſich ihm darbot, en auf b und mit der Kraft eines vollkommen geſunden Gemüthes, 1
konnten, welches ſich allen Einflüſterungen heiter entgegenwarf und


