Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Eugenie und die Freunde. 261

der Armenarzt ſchaute faſt verſtohlen in das offene Geſicht des jungen Grafen, der dem eigenthümlichen Ausdrucke der Augen nach neben ihm hinaus in weite, weite Fernen zu blicken ſchien.

„Doktor,“ ſprach er nach einer längeren Pauſe mit ſehr weicher Stimme,„Sie werden mir das Zeugniß geben, daß, wie ich aufs vertrauenvollſte Ihren Rathſchlägen folgte, ich Sie auch nie mit unnöthigen Fragen beläſtigte. Vielleicht war es die Furcht, die mich bisher abhielt, etwas Trauriges zu erfahren; vielleicht auch hatte ich bis vor wenigen Stunden nicht das große Intereſſe, eine Frage mit Wahrheit beant⸗ wortet zu wiſſen, wie ich es nun habe. Erlaſſen Sie mir, mich jetzt näher zu erklären; ſpäter werde ich dem treuen Freunde nicht vorenthalten, was jetzt in meinem Herzen vor⸗ geht. Aber das iſt ſo gewaltig, daß ich mir, wenn auch wider⸗ ſtrebend, erlauben muß, eine Frage an Sie zu ſtellen, eine Frage, die ich Sie aber bei allem, was Ihnen heilig iſt, be⸗ ſchwöre, mir aufrichtig und ehrlich zu beantworten.“

Der kleine Arzt, der wohl wußte, um was es ſich bei dieſer Frage handle, blickte dem Grafen offen in das Geſicht und nickte ſchweigend mit dem Kopfe.

„Ich ſetze keine Allwiſſenheit bei Ihnen voraus,“ fuhr Graf Helfenberg nach einem tiefen Athemzuge fort,„aber Sie ſollen mir offen und ehrlich ſagen, ob nach menſchlicher Be⸗ rechnung mein Leiden gehoben werden kann, ob Sie glauben, daß ich meine vollkommene Geſundheit wieder erlange.“

Der Blick, mit welchem bei dieſen Worten der junge Mann das Geſicht des Arztes ſtreifte,— nur ſtreifte, war ein unbe⸗ ſchreiblich banger und rührender; er ſandte ihn auch gleich darauf wieder in die Landſchaft hinaus und bemühte ſich darauf,

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