Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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20 Achtunddreißigſtes Kapitel.

traute Keinem in der ganzen Welt, als gerade George von Breda, dieſem kalten, theilnahmloſen Menſchen. Was das andere Geſchlecht anbelangt, ſetzte er hinzu, da war er immer ein Klotz, ein Eiszapfen, der wilde George. Ja, wenn man ihn ſo hoch zu Pferde dahinfegen ſah, oder wenn er in eine Geſellſchaft trat mit der ritterlichen prachtvollen Geſtalt, dem ſchönen Kopfe mit der hohen ernſten Stirn, da mußte man unwillkürlich denken: das iſt ein vollkommener Eroberer, ein ganz gefährlicher Kerl. Und was hat es ihm genützt? Freilich ging er auch kalt und ſtolz bei den ſchönſten Mädchen vorüber und gab ſich nicht einmal die Mühe, die bezeich nendſten Blicke der prächtigſten Weiber freundlich zu beant⸗ worten. Es war ſeine Schuld. Was hat der Eroberer erobert? Eine Frau, die ziemlich älter iſt als er. Aller⸗ dings eine brave, charmante Frau ſehr reich, aber ernſt und unerquicklich. Und wenn der wilde George in der That nicht ſo ein gefühlloſer Kerl wäre und hier Feuer ge⸗ fangen hätte, da brauchte man nur das ruhige, ſinnige Auge jenes Mädchens zu betrachten, um aller Beſorgniß enthoben zu ſein. Nein, Tondern, du haſt eine ſchlimme Zunge, du biſt und bleibſt ein boshafter Kerl. Das iſt ein herrliches, liebenswürdiges, wunderbar prächtiges Mädchen. O meine zweitauſend Thaler! ſeufzte er nach einem vollkommen ver⸗ ſtändlichen Ideengange. 1

Wenn auch Baron Fremont in ſolche Gedanken vertieft neben George von Breda und Eugenien ging, ſo verhinderte ihn das doch nicht, der jungen Dame von Zeit zu Zeit ein galantes, liebenswürdiges Wort zu ſagen und die Bemer⸗ kungen des Hausherrn mit:charmant! ſuperb! magnifique! zu beantworten und dieſen ſo auf den Gedanken zu bringen,