Baron Fremont. 17
etwas ſehr Gewöhnliches und ſchon oft Dageweſenes an. Für uns iſt die Hyacinthe oder die Roſe eines fremden Gar⸗ tens eben nur eine Blume wie jede andere; wir kennen ja nicht die Geſchichte ihres Lebens, daß zum Beiſpiel das Tiefe, Dunkelblaue der Hyacinthe etwas ganz Abnormes iſt, und daß der Roſenſtock, der jetzt ſo freundlich blüht, kaum von einer langwierigen Krankheit erſtanden iſt, und daß ihm nur durch die ſorgfältigſte Pflege das Leben gerettet wurde. Für den Gartenliebhaber iſt das aber von nicht minderem Intereſſe, als daß jetzt die großen Fenſter des Gewächshauſes hermetiſch ſchließen, und daß der Springbrunnen, deſſen Röhren auf unbegreifliche Art hartnäckig verſtopft waren, nun wieder ſei⸗ nen klaren vollen Strahl luſtig in die Höhe wirft. Für uns aber iſt das ebenſo gleichgültig, als wenn wir erfahren, daß der Sand unter unſeren Füßen außerordentlich weit hergeholt werden mußte, und daß die Tulpen nicht recht gediehen ſind, weil der Gärtner ſie nachläſſiger Weiſe in ein Beet geſteckt, deſſen Erde ſauer geworden.
Der gute Baron Fremont hatte es aber bei ſeinem Spa⸗ ziergang durch den Wintergarten mit zwei Enthuſiaſten zu thun; denn an all die Sachen, auf die ihn der Hausherr
nicht aufmerkſam machte, vergaß Eugenie nicht, dieſen zu er⸗
innern. Und da kamen ganze Geſchichten über eine kränkliche Roſe, über die Farbe der Hyacinthen, über nicht ſchließende Fenſter und alles, was wir vorhin erwähnt, zum Vorſchein. Dabei war es indeſſen ſonderbar, daß ſich Baron Fremont heute all der unbekannten Sachen lebhafter erinnerte, als er je zuvor gethan.
Das junge ſchöne Mädchen war aber auch gar zu reizend
Hackländer, Don Quixote. IV. 2
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