Baron Fremont. 13
vielen auftreten, dagegen aber auch die meiner zukünftigen Frau auf ehrliche und redliche Weiſe zu erfüllen ſuchen.“ „Ja, lieber Fremont,“ verſetzte lachend der Hausherr, 1„du biſt auch ein ganz vortrefflicher Charakter, eine Aus⸗ nahme von jeder Regel, und wie ich dich kenne, könnte dich auch nur die heftigſte Liebe dazu bewegen, eine Frau zu nehmen, obgleich du beinahe alt genug wäreſt, um dieſen vernünftigen Gedanken auch unter etwas weniger Leidenſchaft zu faſſen.“ 1 ☛ Der Baron ſeufzte ein klein wenig und blickte zu Boden, doch wagte er es nicht, die junge Dame anzuſchauen; denn er fühlte wohl, daß das Auge ſeines Freundes forſchend auf ihm ruhte. „Bei alle dem bin ich überzeugt,“ nahm Frau von Breda mit ſehr gutmüthigem Tone das Wort,„daß der Baron ein vortrefflicher Ehemann werden wird; er iſt häus⸗ lich, er führt als Gargon ein ſehr geregeltes Hausweſen, und ſeine Aufmerkſamkeit gegen die Damen iſt genugſam bekannt. Wahrhaftig, Herr von Fremont, wenn ich noch viel in die Welt ginge, ſo würde ich mich damit beſchäftigen, für Sie eine Frau zu ſuchen. Ich glaube, man kann Sie mit gutem Gewiſſen empfehlen.“ „Und ich bin überzeugt,“ antwortete ſchnell der Baron, „daß Ihre Hand glückbringend iſt und es für mich vom
größten Segen wäre, wenn Sie ſich meiner in der That an⸗ nehmen wollten.“
Er lächelte dabei verbindlich, ſchaute aber die Ba⸗
ronin mit einem ſo eigenthümlichen Blicke an, daß die kluge 1 Frau alsbald verſtand, hinter ſeinen Worten ſtecke etwas mehr als gewöhnliche Galanterie.


