Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12 Achtunddreißigſtes Kapitel.

es der Fall iſt. Nicht wahr, wandte ſie ſich an Frau von Breda,darin muß ich mich noch recht ändern?

Das iſt Sache des Geſchmacks, liebes Kind, ſagte dieſe.Es iſt nicht Jedermann gegeben, ſich ſo anhaltend und unaufhörlich mit Lectüre zu beſchäftigen. Ich bin ſogar weit entfernt davon, dies als allzu vortheilhaft für uns ſelbſt, noch weniger aber als angenehm für die Umgebung zu be⸗ zeichnen. George hat mich früher oft darüber gezankt.

Das iſt wahr, mein Kind, miſchte ſich der Hausherr ins Geſpräch;aber bei den vielen vortrefflichen Eigenſchaften, die du haſt, kann man dir den kleinen Fehler der Leſewuth allenfalls zu Gute halten. Und doch hat es mich anfänglich einigermaßen genirt.

O, er ſagt: anfänglich, dieſer gute George! lachte Baron Fremont,das glaube ich wohl. Verzeihen Sie mir, gnädige Frau, aber es muß auch für einen jungen Ehemann ziemlich fatal ſein, wenn er ſieht, daß ſich ſein beſſeres Ich den Büchern mehr zuwendet, als ſeiner eigenen liebenswür⸗ digen Perſönlichkeit. Hahaha! das würde mich ſehr ver⸗ drießen!

Er ließ bei dieſem Lachen alle Zähne ſehen, wickelte ſeine Uhrkette auf und ab, ohne ſich des Wortes des Herrn von Tondern zu erinnern, und ſetzte luſtig hinzu:Alſo, Baron, das kann einen anfänglich recht geniren?

Herr von Breda zuckte mit den Achſeln und entgegnete in etwas, trockenem Tone:Das kommt eigentlich alles darauf an, ob man mit ſehr viel Anforderungen in die Ehe tritt.

Nun, das ſollte ich doch meinen, ſagte Baron Fre⸗ mont;ich für meinen Theil würde, glaube ich, mit ziemlich