Baron Fremont. 11
Kurzem bei Ihnen auf ähnliche Art zum Diner kam. Man könnte ja wahrhaftig glauben,“ ſetzte er lachend hinzu,„ich mache abſichtlich zu gewiſſen Zeiten meine Beſuche.“ 3
„Und wenn dem ſo wäre,“ ſagte George von Breda in freundlichem Tone,„was läge daran? Auch ich war Gargon und weiß mich aus jenen Zeiten zu erinnern, daß ich bei manchen Bekannten lieber à la fortune du pot ſpeiste, als auf eine förmliche Einladung; vorausgeſetzt nämlich, daß mir das Haus angenehm war.“
„Dieſe Vorausſetzung kann für mich nirgendwo vollkom⸗ mener eintreffen, als hier bei Ihnen,“ ſagte der Baron mit einer Verbeugung gegen Frau von Breda und indem er einen ſchüchternen Blick auf Eugenie wagte, die an der Seite ihrer Tante ſaß und deren Buch in der Hand hielt.„Von allen Häuſern, die ich kenne, gibt es gewiß keines, wo ich mich angenehmer und behaglicher finde, als hier bei Ihnen.“
„So beweiſen Sie das durch die That,“ verſetzte Frau von Breda,„und kommen häufiger als bisher.“
Nachdem ſich Fremont abermals und ſehr freundlich ver⸗ beugt, wandte er ſich an die junge Dame und ſprach:„Mein verehrtes Fräulein, Sie ſcheinen ja eine eifrige Leſerin zu ſein; kaum vom Frühſtücktiſch aufgeſtanden, haben Sie das Buch ſchon wieder in der Hand! Das gute Beiſpiel Ihrer 1 Frau Tante muß ſehr auf Sie eingewirkt haben.“
„Ich darf dieſes Lob nicht annehmen,“ erwiderte das junge Mädchen;„es iſt das Buch, in welchem meine Tante geleſen, das ich hier in der Hand halte. Ich möchte aber in der That,“ ſetzte ſie launig hinzu,„daß deren vortreff⸗ 1 liches Beiſpiel wirklich mehr auf mich eingewirkt hätte, als
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