8 Achtunddreißigſtes Kapitel.
daß ſie ſich erſch an ihn ſchmiegte, wo er dann nicht an⸗
ders thun konnte, als ſeinen Arm ſchützend um ihre ſchlanke
Geſtalt zu legen.
Da ſprang dereweiße Hirſch vorbei und ſchreckte ihn aus ſeinen Träumereien empor.—
„Nächſten Herbſt,“ ſagte Frau von Breda, indem ſie ſich von ihrem Stuhle erhob,„mußt du unbedingt die Sache ein⸗ mal mitmachen.“
„Und dann werden Sie mich begleiten?“ fragte ſchüchtern das junge Mädchen.
„Ich? Nein, Gott ſoll mich bewahren! Wie ſchon vor⸗ hin geſagt, habe ich an einem Mal vollkommen genug gehabt.“
Sie griff mit der Hand in die Orangenblüthen, nahm ein paar und roch daran.
„Ein wunderbarer Duft,“ meinte ſie.„Wenn man das riecht und die Augen ſchließt, ſo iſt es gerade, als wenn man in Italien wäre, ruhend am Meere unter einem der pracht⸗ vollen Bäume, die dort im Freien wachſen und ihre weiten Aeſte über uns hinſtrecken. Ich leſe ſehr gern darüber.“
„Und ich möchte das gar zu gern ſelbſt erleben,“ ſagte Eugenie, indem ſie ebenfalls eine der Blüthen nahm, ſie zwiſchen ihren Fingern rieb und dann zu Boden fallen ließ.
„Wer weiß,“ meinte der Baron, der an den Kamin ge⸗ treten war und eine Cigarre anzündete,„ob du das nicht noch alles zu ſehen bekommſt! Du biſt jung, dir ſteht unter ge⸗ wiſſen Verhältniſſen die Welt offen; wahrhaftig, ich würde mich freuen,“ ſetzte er mit einem eigenthümlichen Lächeln hinzu, „wenn wir uns ſpäter einmal wiederſehen und du mir als⸗


