Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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6 Achtunddreißigſtes Kapitel.

der Schnee auf dem Boden, ſowie dick auf den Zweigen der Bäume und drückte ſie ordentlich tief herab. Dazu war die Kälte ſo ſtark, daß die Fenſterſcheiben faſt den ganzen Tag gefroren waren. Nun denke dir dazu das alte ſteinerne Haus, in welchem ſo lange keine Feuer gebrannt hatten es war unbehaglich über alle Beſchreibung. In dem weiten Kamine des großen Salons lagen in Einem fort den Tag über und den Abend die dickſten Baumklötze und flammten und praſſel⸗ ten wie ein Wachtfeuer, und Alles fand ſich da ſchon Mor⸗ gens früh, namentlich aber bis in die ſpäte Nacht zuſammen. Und nicht bloß die Herren Jäger, nein, auch die Hunde hatten da freie Entree.

Der Baron blickte einen Moment in die Höhe und ſah, wie die Augen des jungen Mädchens vor Vergnügen leuch⸗ teten, als die Tante dieſes für ſie ſo abſchreckende Bild entwarf.

Ich mußte die Wirthin machen, fuhr Frau von Breda fort,und mich auch zuweilen den Gäſten zeigen. Dabei danke ich nur meinem Schöpfer, daß ich mich nicht überreden ließ, mit der wilden Jagd hinaus zu ziehen. Weißt du noch, George, wie du und Helfenberg mich mit aller Gewalt über⸗ reden wolltet, an jenem Morgen mit euch zu reiten?

Der Baron nickte mit dem Kopfe.

Ich ſage dir, Kind, waͤndte ſich Frau von Breda aber⸗ mals an Eugenie,das hätte dich von all dergleichen Liebha⸗ bereien für Zeitlebens curirt. Der Lärm vom frühen Mor⸗ gen an! Ich war herzlich froh, wenn ſie endlich in den Wald hinaus gezogen waren, und war dann erſt vergnügt, als ich nach ein paar Tagen die Erlaubniß erhielt, nach Hauſe zu fahren. Habe ich übertrieben? fragte ſie den Baron.