284 Siebenunddreißigſtes Kapitel.
Gärtner Blüthen abbrechen! Sie ſind abgefallen, und da wollte ich mir nur die Freiheit nehmen, ſie dem gnädigen Fräulein zu geben.“
Es hatte ihn einigermaßen geärgert, daß die junge Dame ſo unbefangen mit dem Jäger plauderte, was ſie mit ihm nie that, und er wollte mit ſeinen Blüthen einen Verſuch machen, ob es ihm vielleicht nicht auch gelingen könne, irgend ein Wort anzubringen. Dabei war ſein Nebenzweck, den kleinen Friedrich zu ärgern, der droben wie auf Kohlen ſtand und ſein Gehirn vergeblich abmarterte, einen Vorwand zu finden, um von der Eſtrade herab in den Wintergarten treten zu können. Dies durfte nur geſchehen, wenn er zu melden hatte, daß das Frühſtück ſervirt ſei. Und ſo oft er ſich auch nach dem kleinen Eßſalon umſah, ſo wollte dort immer noch nichts erſcheinen.
Der Gärtner blieb indeſſen mit ſeinen Orangenblüthen in der einen und der Mütze in der anderen Hand vor Eugenien ſtehen, und jetzt kam höchſt unerwartet für den Groom ein herrlicher Augenblick.
„Die Tante mag dieſen Duft ſo gern,“ ſagte Eugenie wobei ſie ihre Augen nach der Eſtrade wandte und dann ziemlich laut hinzuſetzte:„Friedrich kann ſie auf den Frühſtück⸗ tiſch legen.“
Friedrich, der ſeine Ohren übermäßig anſtrengte, hatte dieſes Wort nicht ſobald vernommen, als er in den Eßſalon ſtürzte, einen Deſſertteller nahm und dann mit großen Sprün⸗ gen in den Wintergarten hinab eilte.
„Das gnädige Fräulein haben befohlen?“ ſagte er faſt athemlos; und als ihm hierauf Andreas die Orangenblüthen auf den Teller legte, zitterte ſeine Hand, und er mußte ſich


