276 Siebenunddreißigſtes Kapitel.
werde vorher zu unſerem Freunde, dem ewig unruhigen Le⸗ gationsrathe, gehen und ihm einen alten pompejaniſchen Scher⸗ ben entwenden. Das wird mich famos empfehlen. Es wäre das alſo abgemacht. Spielen wir.— Wenn ich aber dieſe Partie verlöre?“ fragte er darauf mit einem eigenthümlichen Lächeln.
„Bah, du wirſt gewinnen,“ antwortete der Andere achſel⸗ zuckend.
Tondern zog ebenfalls einen Stuhl an den Tiſch, ſetzte ſich darauf hin, und während er ſeinem Freunde das Karten⸗ ſpiel zum Abheben, der Beſtimmung der Vorhand wegen, hinſchob, ſagte er mit etwas ernſtem Tone:„mir ſcheint, lieber Freund, du hältſt mich auch für eine Art von Czrabowski.“ Worauf der Baron mit faſt beleidigtem Tone ausrief:„Ah, Unſinn, Tondern! Ich muß mir dergleichen Bemerkungen alles Ernſtes verbitten. Wir helfen einander, wo und wie wir können. Da—odu haſt die Vorhand.“
Darauf begann die Partie Ecarté, und wenn man zu⸗ ſchaute, ſo bemerkte man ſchon bei dem erſten Spiele wohl, daß Baron Fremont entweder zerſtreut war oder abſichtlich
verlieren wollte; denn er ſpielte mit einem unverantwortlichen Leichtſinn, er nahm die Propoſition ſeines Freundes in einer unbegreiflichen Ausdehnung an, ſelbſt dann noch, als er ein feſtes Spiel in der Hand hatte; ja, er vergaß ſogar einmal, den König zu maskiren, und ſo dauerte es keine Viertelſtunde, bis er die Partie vorloren hatte. Dann ſchob er das Geld gelaſſen ſeinem Freunde hin, der achſelzuckend ſagte:
„Wenn ich dieſen Gewinnſt nehme, lieber Fremont, ſo benutze ich ihn wahrhaftig nur als Mittel zu dem bekannten Zwecke und brauche ihn dazu ſehr nothwendig, denn ich bin
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