Ecarté und Orangenblüthen. 275
weißt auch dagegen, daß ich dir ſchon oft ähnliche Proben von meiner Freundſchaft gegeben.“
„Wir ſpielen alſo—?“ fragte Tondern.
„Ja, unter den eben erwähnten Bedingungen.“
„Das Spiel betreffend oder die andere Angelegenheit?“
„Beides; doch wollen wir uns Eins nach dem Andern klar machen. In ſolchen Fällen ſchadet ein wenig Umſtänd⸗ lichkeit nicht. Du überläſſeſt mir nicht nur die Werbung um die Hand des Fräuleins von Braachen, ſondern unterſtützeſt dieſe Werbung noch, wie dies ja auch ſchon früher zwiſchen uns in allgemeinen Umriſſen feſtgeſtellt war.
„Natürlich, ich chauffire!“ lachte Tondern, indem er mit dem Kartenſpiel, das er in der Hand hielt, eine kunſtreiche Volte ſchlug.„Ich laſſe mich zufällig da draußen auf dem alten Eulen⸗ und Fledermaushofe ſehen, gebe dem Baron eine Vaſe aus Pompeji oder dergleichen, bringe das Geſpräch auf dich und entwickle alsdann, was du für ein ungeheuer famoſer Kerl biſt; ich ſchreibe dir Eigenſchaften zu, von denen du nicht denkſt, daß es möglich iſt, wie ein Menſch ſie vereint beſitzen kann. Ich—“
„Ja, ja, wenn du dir feſt vornimmſt, etwas in dieſer Geſchichte zu thun,“ ſiel ihm der Baron Fremont ins Wort, „ſo biſt du allerdings im Stande, mich zu pouſſiren.— Das wäre alſo abgemacht. Nun kommt noch das Spiel, eine Par⸗ tie Ecarté um tauſend Thaler. Ein unvernünftiges Geld!“ ſetzte er ſeufzend hinzu, während er einen Stuhl an den Tiſch zog und ſich darauf niederließ.
„Um dir zu beweiſen,“ verſetzte Tondern,„wie eifrig ich in deinem Dienſte bin, will ich mir dein Pferd ſatteln laſſen und noch heute zu dem alten Braachen hinausreiten. Ich


