Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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Siebenunddreißigſtes Kapitel.

wußte ſelbſt zu genau, daß es im günſtigſten Falle bei allen Freunden ein außerordentliches Gelächter erregen müßte, ſobald es bekannt würde, Tondern habe ſich um die Hand des Fräu⸗ leins von Braachen beworben, ſelbſt da man wußte, daß Eugenie durchaus kein Vermögen beſitze. Wenn Fremont daher nicht von ſo weichem, nachgiebigem Charakter geweſen wäre und nicht die Hartnäckigkeit ſeines Freundes ſo genau gekannt hätte, ſo würde er unbedingt in die Concurrenz ge⸗ willigt haben. Auch beſaß der gute Baron eine Aengſtlichkeit des Gemüthes, die ihn ſchon ſeit lange her vermocht hatte, ſich bei vielen Veranlaſſungen an den ſtarren Charakter Ton⸗ derns zu lehnen und deſſen Rath in Anſpruch zu nehmen. Deßhalb ſchrak er auch jetzt vor dem Gedanken zurück, nicht nur allein handeln zu müſſen, ſondern auch obendrein ſeinen würdigen Freund zum Gegner zu haben.

Daran dachte er und proponirte deßhalb, mit den Verhältniſſen Tonderns ſehr genau bekannt, die Partie um tauſend Thaler. Da ihn nun das Stillſchweigen des Andern vermuthen ließ, deſſen lange Ueberlegung laufe darauf hinaus, jenen Vorſchlag anzunehmen, ſo näherte er ſich jetzt dem Tiſche, zog ſeine Brieftaſche heraus und entnahm derſel⸗ ben zwei Scheine von fünfhundert Thalern, die er nicht ohne einen leichten Seufzer auf den Spieltiſch legte.

Tondern warf flüchtig einen Blick auf die Papiere, ſchaute dann lächelnd zu Fremont in die Höhe und ſagte:Du meinſt alſo, ich acceptire? Du ſetzeſt wahrhaftig meine Freundſchaft für dich auf eine harte Probe.

Darin magſt du Recht haben, entgegnete der Baron mit einem Anflug von Ironie in ſeiner Stimme; aber du