Ecarté und Orangenblüthen. 273
verlangen, daß ich ſo leichtſinnigerweiſe mein Glück aus der Hand geben ſoll? Eine ſchöne Frau und dieſes wunderbare Stromberg! Was ſind ſechzigtauſend Thaler dagegen?“
Als Herr von Tondern dies ſagte, war er ſcheinbar auf's emſigſte mit den Karten beſchäftigt, die er wie zu ſeinem Ver⸗ gnügen ausgab und dann wieder einſtrich; doch verſäumte er dabei nicht, nach ſeinem Freunde hinüber zu ſchielen, der die Lippen zuſammenbiß und mit düſterem Stirnrunzeln ſeine Nägel betrachtete.
Eine Zeit lang wurde weiter nichts geſprochen, und der Hausherr begann eine Melodie zu pfeifen, in der er ſich aber auf einmal unterbrach, um den Andern zu fragen:„Alſo du willſt nicht ſpielen?“
„Um den bewußten Gegenſtand nicht.“
„So muß ich meine Karten wieder einpacken.“
Baron Fremont dachte einen Augenblick nach, fuhr dann mit der Hand über das Geſicht und verſetzte mit einem leich⸗ ten Seufzer:„So will ich dir eine andere Partie vorſchla⸗ gen. Du überläſſeſt mir die Bewerbung um Eugenie, unter⸗ ſtützeſt ſie nach beſten Kräften, und ich ſpiele dafür mit dir eine Partie, bei welcher ich baare tauſend Thaler gegen dein Wort ſetze.“
„Und was gewinne ich dabei?“ meinte Tondern achſel⸗ zuckend.
„Wahrſcheinlich tauſend Thaler, da ich— ſehr zerſtreut bin.“
Der Andere nahm die vorhin abgebrochene Melodie pfei⸗ fend wieder auf, ſtützte beide Hände auf den Tiſch und ſchien zu überlegen. In Wahrheit aber war er im erſten Augenblick entſchloſſen, die angebotene Partie anzunehmen, denn ſeine
ganze Weigerung lief auf ein ähnliches Manöver hinaus. Er Hackländer, Don Quigxote. III. 18


