268 Siebenunddreißigſtes Kapitel.
hier gern ihre Partieen zu machen, und an manchen Abenden ſah es da aus wie in einem Spielklub. Wir wollen dadurch nicht ausdrücken, als ſeien hier Hazardſpiele getrieben worden; meiſtens wurde Whiſt geſpielt, und wenn man ſich zuletzt auch hier und da pour la bonne bouchée zu einem Macao oder Landsknecht verſtieg, ſo war das nicht der Rede werth.
Dabei war aber Herr von Tondern, was dieſes Gemach anbelangte, von einer außerordentlichen Hoſpitalität. Auch wenn er nicht zu Hauſe war, öffnete die alte Aufwärterin genauen Freunden ihres Herrn das große Zimmer zu einem Spiele, und oft, wenn Letzterer heim kam, fand er unerwartet eine zahlreiche Geſellſchaft. So revanchirte ſich Herr von Tondern für die vielen Einladungen zu Dejeuners, Diners und Soireen aller Art, die er erhielt; aber es war auch die einzige Revanche, die er gab; denn außer einem Glaſe friſchen Waſſers wurde hier nichts angenommen, nicht einmal eine Ci⸗ garre, denn die, welche der Hausherr allenfalls für ſeine Freunde hatte, waren von äußerſt mittelmäßiger Qualität, und wenn er ſich für ſeine Perſon zu einer verhalf, ſo ſchloß er ein kleines Schränkchen auf, zu welchem er den Schlüſſel immer bei ſich führte.
Wir erſuchen den geneigten Leſer, dieſen Salon an einem Vormittage mit uns zu betreten. Wir finden dort neben Herrn von Tondern den Baron Fremont; Erſterer war beſchäf⸗ tigt, einen Spieltiſch aufzuſchlagen, nachdem er denſelben in die Mitte des Zimmers gerückt, während der Andere mit dem Rücken gegen das Fenſter lehnte und mit über einander ge⸗ ſchlagenen Armen zuſah.
„Alſo wir ſpielen eine einzige Partie,“ ſagte Tondern,


