Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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264 Seechsunddreißigſtes Kapitel.

Leben, daß er der wirkliche Graf Czrabowski ſei, welch bedeu⸗ tender Mann ſein Vater geweſen, und daß er prachtvolle Gü⸗ ter in der Nähe von Lublin beſitze. Dieſe koſtbaren Notizen über ſeine eigene Perſon machte er ſich nun beſtens zu Nutze und trat in dem Hauſe des Banquiers Springer nun mit viel größerer Zuverſicht auf als bisher. Es iſt etwas Eigenes, wenn man zuverſichtlich auftritt; kennt man dabei ſein Terrain, ſo kann man mit einiger Routine, die dem edlen Grafen nicht abging, ganz Ungeheures leiſten. Und Czrabowski leiſtete auch in der That das Außerordentlichſte, nicht nur daß er Madame Springer für ſich einnahm, auch der Banquier ſelbſt gewöhnte ſich ſo an ſein Weſen, welches für den trockenen Geſchäfts⸗ mann gerade nicht ſonderlich ſympathiſch geweſen war, daß er lächelnd ſagen konnte:Es iſt eine ſeltſame Perſönlichkeit, aber dieſe reichen Polen ſind nun einmal nicht anders.

Das Weſentlichſte für den Grafen war aber, daß der ſonſt ſo vorſichtige Banquier ſich durchaus nicht weigerte, Zah⸗ lungen auf Anweiſungen des reichen Gutsbeſitzers zu leiſten, eine Freundlichkeit, von der Czrabowski für einen Mann, der ſo ungeheure Güter beſaß, allerdings keinen unmäßigen Ge⸗ brauch machte.

Doch konnte es nicht dabei bleiben, daß er häufig in dem Banquierhauſe dinirte, daß er darauf mit Clementinen allein war und dort die glänzendſten Verſicherungen tauſendmal wie⸗ derholte, daß er auch, aber meiſtens in Stunden, wo der Rechtsconſulent nicht daheim war, deſſen Haus beſuchte, um der Schwiegermutter und der zukünftigen Schwägerin ſeine Cour zu machen, er mußte weiter gehen, das hatte ihm Madame Weibel als beſorgte Mutter eines ſchönen Tages nicht undeutlich zu verſtehen gegeben. Und darauf hin ging

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