Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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262 Sechsunddreißigſtes Kapitel. 4

ſein Schlag ſo heftig wurde, daß ſie denſelben gewaltſam niederkämpfen mußte, indem ſie dachte: O, mein Gott, ja, habe ich doch nie an ſeiner Größe gezweifelt, habe ich trotz aller boshaften Einreden ſo ſicher gewußt, daß es der Graf Czrabowski iſt, daß es in ſeiner Hand liegt, ein liebendes

Gemüth zu ſich empor zu heben, ein Herz, das für ihn ſchlägt,

glücklich zu machen. Aber wird er dieſes Herz auch vollkom⸗ men verſtehen? Iſt er aufopferungsfähig genug, um ſein Wort zu halten?— Werde ich, wie er mir in jener ſüßen Stunde gelobt, Gräfin Czrabowski ſein?— O Uebermaß des Glückes!— Nein, nein! das iſt ja unmöglich! Ruhig, mein Herz, nähre keine thörichten Hoffnungen!— Und doch, wer weiß— und doch!

Auch die gemeinſchaftliche Schwiegermutter, Madame Weibel, ſaß dabei, als der Banquier Springer ſo erzählte, und auch ihr Haupt hob ſich vor Stolz und Freude. Im Gegenſatz zu ihrer Tochter machte ſie auch gar keinen Verſuch, den Schlag ihres Herzens zu dämpfen.— Dieſe Verbindung muß zu Stande kommen— warum auch nicht? Allerdings iſt er der Graf Czrabowski. Nun, was iſt dabei ſo Großes? Iſt ſie nicht eine Weibel?

Daß die Aktien des Fabrikanten, Herrn Schilder, gegen⸗ über dem Stammſchloſſe Rachow und der Grafenkrone, ent⸗ ſetzlich tief ſanken, brauchen wir wohl nicht zu ſagen; Ma⸗ dame Schilder— und Gräfin Czrabowski! Die Mama konnte ſich nicht enthalten, dieſe beiden Titel ihrer Tochter lächelnd in die Ohren zu flüſtern, worauf Clementine in tiefer, aber affektirter Demuth die Augen zum Himmel erhob und ſchmach⸗— tend ſagte:„Wie Gott will! Ich nehme dankend an, was mir dort über den Sternen beſchieden iſt.“