Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Czrabowski'ſchen Güter. 261

Das Letztere hätte unſer Graf Czrabowski in einem ehrlichen Augenblicke am allerwenigſten geleugnet.

Der Banquier Springer war nun gewiß nicht der Mann, der mit vornehmen Bekanntſchaften zu prahlen pflegte. Und doch that es ſeinem Herzen wohl, wenn er zu Hauſe der dicken Gattin erzählen konnte von dem vortrefflichen Diner, dem er ſo eben beigewohnt, wo er zwiſchen dem Baron A. und dem Grafen G., dem franzöſiſchen Geſandten, geſeſſen, und wie er nicht nur von den beiden Herren, ſondern auch von der ganzen Tiſchgeſellſchaft mit großer Aufmerkſamkeit behandelt worden ſei.

Mit einem bezeichnenden Lächeln auf Clementine ſetzte er hinzu:„Apropos, heute kam ganz zufälligerweiſe auch die Rede auf Czrabowski. Mehrere kannten ihn ganz genau, und faſt Alle ſagten Gutes von dieſer großen und reichen Familie. Die Grafen Czrabowski ſollen weitläufig mit dem Fürſten Poniatowski verwandt ſein; der Vater, jener bekannte tapfere General, ein Vertrauter des unglücklichen Fürſten, der in der Elſter bei Leipzig ertrank— du wirſt dich erinnern, Marianne,“ wandte er ſich an ſeine Frau,„wir haben den Platz damals à fünf Neugroſchen die Perſon ſehen dürfen— war ein ge⸗ nauer Freund Napoleons und ſoll dem Kaiſer ſehr werth ge— weſen ſein. Die Czrabowski haben ungeheure Güter bei Lublin, da in der Gegend der Weichſel, wo überhaupt der große polniſche Adel ſtark begütert iſt; ihr Stammſchloß, glaube ich, heißt Rachow und ſoll eine prachtvolle Beſitzung ſein mit reichen Waldungen und Bärenjagden.“

Daß jedes Wort, welches der Schwager ſprach, wie ein Funke in das Herz des jungen Mädchens fiel, verſteht ſich von ſelbſt; ebenſo, daß dieſes Herz von Entzücken ſchwoll und