Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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260 Sechsunddreißigſtes Kapitel.

„Die immenſen Güter der Czrabowski liegen an der

Weichſel bei Rachow, nicht weit von Lublin.“ Man muß im⸗

mer eine Sache, von der man nichts weiß, und die man glaubwürdig machen will, mit Nebenumſtänden behaupten, deß⸗ halb ſetzte er auch hinzu:„Dieſe Czrabowski haben famoſe Bärenjagden, ich war dort eingeladen, fand aber nicht die Zeit, um hinzugehen.“

Hätte der junge Legationsrath in dieſem Augenblicke das ungeheuer malitiöſe Lächeln des Herrn von Tondern, der eben⸗ falls bei dieſem Diner war, verſtehen können, ſo würde er weder von den großen Gütern, noch von den Bärenjagden geſprochen haben. Doch da das einmal erwähnt war, machte ſich Tondern ſelbſt ein Vergnügen daraus, dieſe Angaben zu bekräftigen; denn er ſagte, nachdem er mit großer Ruhe ein Glas Curaçao ausgeſchlürft zu

„Allerdings eine große Familie, dieſe Czrabowski, eine weit verzweigte Familie, und da ſie Güter bei Lublin haben, ſo müſſen ſie immens reich ſein. Nicht wahr, es ſind doch Grafen?“ wandte er ſich mit großem Ernſte an den Legations⸗ rath, der unbefangen antwortete:„Das will ich meinen— ein altes gräfliches Geſchlecht.“

So wußte man nun denn mit einem Male, daß der bis jetzt unbekannte Czrabowski wirklich ein Graf dieſes Namens ſei, ſowie ein Sohn jenes famoſen Generals Czrabowski, der Adjutant und Vertrauter des Fürſten Poniatowski geweſen und bei dem großen Kaiſer ſelbſt einen tüchtigen Stein im Brette gehabt; daß die Familie große Güter an der Weichſel beſaß, bei Rachow in der Nähe von Lublin, und daß ſie auf

dieſen großen Gütern oft mit gewaltigen Bären zu thun hatte.