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6 Vierundzwanzigſtes Kapitel.
33 erregte Gemüth eines Kranken von außerordentlich wohl⸗ thuender Wirkung iſt.“ „Aber im anderen Falle,“ meinte Herr Larioz,„kann auch ein nachläßiger Bedienter von großem Uebel ſein.“ eij „Einen nachläßigen Bedienten,“ rief der Doktor, wäh⸗ rend ſeine Finger zuckten und etwas wie Wildheit aus ſeinen Augen hervorbrach,„den ſchicke ich fort, augenblicklich fort, und ſchicke zehn nach einander fort, bis ich einen einzigen guten finde. Können Sie auch zehn nachläßige Frauen fort⸗ ſchicken, bis Sie am Ende eine finden, die Sie ſorgſam verpflegt?— O nein,“ ſetzte er wehmüthig lächelnd, faſt ab⸗ geſpannt hinzu,„das können Sie nicht, ſelbſt nicht eine Schwiegermutter, die ſich bemüht, Ihre Tage durch ſüße Pflege zu verlängern.— Oh! oh!“ 4 Er tauchte wieder ſo gewaltig unter, daß ſeine Ohren auf den nicht hohen Vatermördern ruhten, worauf er fort⸗ fuhr: „Sie ſehen mich zweifelhaft lächelnd an, und doch iſt es ſo, wie ich Ihnen ſage. Ein guter Bedienter ſtellt Ihre Medizin vor das Fenſter, den Löffel in kaltes Waſſer, und er würde glauben, eine wahre Sünde zu begehen, wenn er Ihnen den Trank nicht auf die Sekunde hin alle zwei Stun⸗ den darreichte. Dazu hat eine Frau oft keine Zeit; Gott! zehn Minuten früher oder ſpäter, das kann Ihnen unmöglich 4 was ſchaden.— Es würde Ihnen vielleicht auch nichts ſcha⸗ den, Herr Larioz, aber der Aerger, den Sie mit jeder Se⸗ kunde ſchlucken, wenn der Zeiger über die Stunde hinaus⸗ rückt, wenn der Perpendikel wie hohnlachend ſagt: ſie kommt — nicht— ſie kommt— nicht, warte nur— warte nur— 's iſt Alles Eins—'s iſt Alles Eins!— Nehmen wir


