Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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Nadelſtiche. 4 8 einen anderen Fall. Der Arzt verordnet Ihnen Apfel⸗Comp

wiſſen Sie, fein zu Brei verkocht, ſehr kühlend und ange⸗ nehm. Sie ſollen davon haben, Mittags und Abends; dazu genügt bei einem guten Bedienten der einfache Befehl, in mancher Haushaltung nicht der zwei⸗, drei- und vierfache; Mittags konnten Sie unmöglich Apfel⸗Compot haben, es waren keine Aepfel im Hauſe. Ich frage Sie, ob Sie ſich nicht ärgern, daß Sie ſchwarz werden? Nun Abends. End⸗ lich kommt das erſehnte Geraht, aber die Aepfel ſind nicht zu Brei verkocht, ſondern ſchwimmen als ungenießbare Brocken

in einer ſauerſüßen Brühe. Wie Gott will; ſtatt des

guten Apfel⸗Compottes haben Sie einen tüchtigen Aerger im Leibe, und der hat vielleicht auch ſeine Wirkung gethan. Hoffen wir auf morgen, da ſoll es gewiß nicht fehlen. Das Mittag kommt, mit ihm die Schüſſel; es iſt ein breiartiger Compot darin, ſieht auch nicht ſo übel aus, Sie verſuchen es es ſind Birnen, gekochte Birnen, ſcheußliche Bir⸗ nen, und wer kann Ihnen übel nehmen, daß Sie den Löffel etwas gewaltſam von ſich werfen?

Hier ſchwieg der Rechtsconſulent einen Augenblick, um

tief Athem zu holen; dann legte er die Hand auf den Arm ſeines Schreibers und ſagte wehmüthig:Hat Ihnen das ein Bedienter gethan es kann auch bei einem ſolchen vor kommen, ich will es nicht läugnen, ſo wird er ſich am Kopfe kratzen und wird tauſendmal um Verzeihung bitten; er wird einſehen, daß er gefehlt hat, und dabei ſchmilzt Ihr Aerger, und Sie ſagen: So mach es morgen anders. Manche Frau aber, Herr das ſchrie der Rechtscon⸗ ſulent lauter, als gerade nothwendig war,wird nicht um Entſchuldigung bitten, oder zugeben, daß ſie ſich geirrt hat,