4 Vierundzwanzigſtes Kapitel.
Heerrr Larioz dankte für die freundlichen Geſinnungen, ſo⸗ wie beſonders für die Ehre des Beſuchs, und verſetzte: Gottſchalk habe ihn davon in Kenntniß geſetzt, wie häufig ſich der Herr Doktor nach ſeinem Befinden erkundigt.
„Das iſt meine Schuldigkeit,“ entgegnete dieſer;„ich wünſchte nur mehr für Sie thun zu können.— Apropos; jetzt bei der Geneſung wird ſich auch der Appetit wieder einſtellen; ich werde mit meiner Frau darüber ſprechen, daß ſie Ihnen zuweilen eine angenehme Speiſe kocht und herſendet.“
Er fürchtete ſehr, der arme Rechtsconſulent, der Schreiber möchte dieſes Anerbieten annehmen; doch dankte ihm dieſer beſtens dafür, indem er ſagte, er habe ſich einmal in die Hand des Doktors gegeben, und dieſer beſorge ihm alles, was für ſeinen Zuſtand erträglich und nothwendig. Der Suppen⸗ ſpenden von Gottſchalks Schweſter erwähnte er abſichtlich nicht.
„Und wie ſteht's mit der übrigen Pflege?“ forſchte der Prinzipal, indem er ſich im Zimmer umſchaute.„Nun, die alte Frau ſcheint ihre Sachen gut zu beſorgen; es iſt recht wohnlich bei Ihnen, wenn auch kein Luxus und Ueber⸗
fluß an Möbeln, doch Alles ordentlich und reinlich. Dafür
ſchwärme ich.“
Er ſeufzte bei dieſen Worten abermals.
„Was die Bedienung der alten Frau anbelangt, ſo kann ich darüber durchaus nicht klagen,“ ſprach Herr Larioz;„über⸗ haupt beſorgt ſie meine Junggeſellen⸗Wirthſchaft ſo gut, wie ich es nur verlangen kann. Auch bei dieſem leichten Unwohl⸗ ſein habe ich wohl nichts zu klagen gehabt. Wie es freilich bei einer längeren Krankheit gehen würde, das weiß ich nicht.
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