Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

liche Gedanken, und er vergaß es ein paar Sekunden lang,

die Pfeifenſpitze in ſeinen weit geöffneten Mund zu ſtecken. Trau, treue Trine wiederholte der Spanier, indem

er ſchwärmeriſch an die Decke emporblickte,ſo fängt der

Srruch an, und ich gäbe was darum, wenn ich die Fort⸗

ſetzung wüßte. Daß der Name Trine eine freie Ueberſetzung iſt, glaube ich überzeugt ſein zu dürfen, und vielleicht liegt es auch in dieſem nicht ganz wohlklingenden Namen, daß der Anfang des Spruches uns etwas hart vorkommt. Nehmen wir zum Beiſpiel an, es hieße: Trau, treue Fatme, oder: Trau, treue Mirza, ſo würden Sie nicht läugnen können, Doktor, daß das dann äußerſt angenehm wäre.

Ja, dem Ohre wäre es allerdings angenehm, ſagte der Doktor kopfſchüttelnd, wobei er es nicht unterlaſſen konnte, leicht den Arm des Schreibers zu faſſen und nach deſſen Puls zu fühlen.

Dieſer hatte ſich gänzlich wieder einmal in ſeine Träume⸗ reien und Phantaſieen verſenkt, und während er ſcheinbar

in nebelgraue Fernen vor ſich hinausſtarrte, ſagte er:Das

vierte Wort war etwas von Trug: trugvoll oder dergleichen. Aber ebenſo überzeugt, wie ich bin, daß ich den ganzen Spruch mit dem ungeheuerſten Nachdenken nicht ſo auf ein⸗ mal wieder in mein Gedächtniß zurückrufen kann, ebenſo be⸗ ſtimmt weiß ich, daß er mir plötzlich einmal einfallen wird. Das hoffe ich.

Wenn es Ihnen Freude macht, ſo will ich mich auch etwas darum beinähen Alſo der große mauriſche Weiſe Carabanzeros 7

Hat ihn gethan, dieſen Ausſpruch. Und er fing an: Trau, treue Trine.