Don Quixote und Tiger. 293
„Nicht wegen der dicken Erbſen mit Speck,“ entgegnete Don Larioz feierlich, indem er ſich aufrichtete;„aber warten
Sie einmal. Wie kann man ſo ein Wort vergeſſen. Car⸗
banzos, richtig! Carabanzos— Carabanzeros. Das iſt es! Seht, Doktor, wie der Zufall ſpielt, Carabanzeros iſt der Name des mauriſchen Weiſen, der mir gänzlich entfallen war.“ „Den Teufel auch!“ erwiderte der Doktor und ſah ſeinen Freund mißtrauiſch an;„das muß ein ſehr unbekannter Wei⸗ ſer ſein, euer Carabanzeros. Ich habe mein Lebtag nichts von ihm gehört.“ „Ja, ja,“ ſagte nachſinnend der Spanier,„ein ſonder⸗ barer Weiſer. Es exiſtiren eigenthümliche Sprüche von ihm, die ſich, namentlich in eure etwas hart klingende Sprache überſetzt, ſeltſam genug, man könnte ſagen: holperig, aus⸗ nehmen. Glauben Sie wohl, Doktor,“ damit wandte er ſich ſehr ernſt an den Nebenſitzenden,„daß es von dem mauriſchen Weiſen Carabanzeros einen Spruch gibt, der anfängt:
Trau, treue Trine—“
„Nein,“ verſetzte der Armenarzt laut lachend,„das glaube ich nicht.“
„Und doch gibt es einen ſolchen,“ fuhr Don Larioz mit unverwüſtlicher Ruhe und ohne eine Miene zum Lächeln zu verziehen fort:„Trau, treue Trine— ſo beginnt der arabiſche Spruch, in Deutſch überſetzt, aber ich weiß nicht, wie er weiter heißt, und das beunruhigt mich einigermaßen.“
Der Doktor glaubte nicht anders, als ſein Gegenüber wolle ſich einen Spaß mit ihm machen; da er aber ſah, daß deſſen Geſichtszüge vollkommen ernſt blieben, ja, ſeine Augen düſter ſinnend auf ihm ruhten, ſo kamen ihm ganz abſonder⸗


