Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

Der Doktor ſchaute ihm lächelnd zu, und es dauerte wohl ein paar Minuten, ehe derſelbe ſagte:Sie werden mir zugeben, Freund Larioz, daß ich nicht neugierig bin, das heißt nicht neugieriger, als es die Pflicht eines Arztes iſt. Aber jetzt ſagen Sie mir einmal, auf welche Art ſind Sie in den

verfluchten Zuſtand gekommen, worin ich Sie vor einigen

Tagen fand? Wiſſen Sie wohl, Herr, daß wir ſehr nahe an einem Nervenfieber herumgeſtreift ſind?

Ja, ich war recht krank, ſprach ernſt der lange Schrei⸗ ber,das habe ich wohl gefühlt, weiß auch die Urſache und will ſie nicht vorenthalten. Ich gerieth da zufällig in eine Geſellſchaft luſtiger Brüder, die mich leider zum Trinken nö⸗ thigten, und wo ich denn unbegreiflicher Weiſe mehr als ſeit langen Jahren that, ja, mehr, als ich eigentlich ertragen konnte.

Der Armenarzt nickte mit dem Kopfe.

Obendrein paſſirte es mir noch, fuhr Herr Larioz fort, daß ich mich ſehr erkältete. Wie das kam, weiß ich nicht genau anzugeben.

Ja, ja, die Wirkung zeigte ſich gehörig. Ich wiederhole

Ihnen, wir ſind nicht ein Haar breit an einer ſehr ſchlimmen

Krankheit vorbeigerutſcht. Gott ſei Dank, daß ſie uns nicht erwiſchte! entgegnete lächelnd der Spanier.Doch kann ich Ihnen verſichern, beſter Doktor, daß es ein unnennbar angenehmes Gefühl iſt, ſich, wenn man mehrere Tage im Bette zugebracht, wieder einmal ſo recht ausſtrecken zu können Ah! 1 Damit hatte Herr Larioz die Füße auf den vor ihm ſte⸗ henden Stuhl gelegt, ſtreckte ſich weit in den Lehnſeſſel zurück und ließ den Dampf ſeiner Cigarre kräuſelnd in die Höhe ſteigen. Den bläulichen Ringen blickte er nach, und die Frage