Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Don Quixote und Tiger. 283

Als er zurückkehrte, ſetzte er ſich wieder an den Tiſch und theilte mit der alten Magd aufs gewiſſenhafteſte die übrig ge⸗ bliebene Brühe, die Beide, Jedes mit dem letzten Stücke Brod bewaffnet, aufs eifrigſte vertilgten.

Während der Tiger mit beiden Backen kaute, ſagte er mit einem Male zu dem Knaben, aber mit ſo leiſer Stimme, daß Herr Larioz nichts davon hörte:Gottſchalk, geſtern Abend habe ich es wieder geſehen.

Dummes Zeug! entgegnete dieſer.Was werdet Ihr geſehen haben? Ihr ſeht überhaupt nicht gut.

O laß das gut ſein; was ich ſehen will, das ſehe ich doch. Und ich habe es geſtern Abend wieder geſehen. Ich ſage es noch ein Mal: da iſt etwas Unrichtiges dahinter.

Ihr meint am Ende, es könnten Diebe ſein?

Was Diebe! Haben ſie denn je etwas da unten ge ſtohlen?

Nun, was ſoll es denn ſonſt ſein?

Geiſter ſind es, Geſpenſter!

Bei dieſer Aeußerung des Tigers lachte der Knabe ſo laut auf, daß ſich die alte Magd veranlaßt ſah, ihn mit der Hand an die Schulter zu ſtoßen, um ihn zum Schweigen zu bringen, aus Furcht, Herr Larioz möchte aufmerkſam werden. Auch hatte dieſer das Lachen gehört und fragte:Nun, was gibt's denn auf einmal?

Der Knabe wußte nicht recht, ſollte er die geheimen Beobachtungen des Tigers, welche dieſer ihm mitgetheilt, ſei⸗ nem Vorgeſetzten Preis geben, oder ſollte er die alte Magd veranlaſſen, das ſelbſt zu thun. Er hiellt letzteres für räthli⸗ cher und war dabei boshaft genug, zu ſagen:Das muß Sie eigentlich laut erzählen, es könnte am Ende doch etwas Wahres