Dreiundzwanzigſtes Kapitel.
wenn ſie ihm auch anfänglich in der That wie die Sterne
an einem glänzenden Nachthimmel erſchienen, ſo hatte doch die Macht des Fiebers dieſen Nachthimmel nach und nach getrübt, und wenn er ſo lange und unaufhörlich hingeſchaut, ſo ſah er vor ſich nichts als eine nebelhafte Finſterniß, als zwei glühende Punkte, die ihn anſtierten und die ihn, ſich zu⸗ letzt ungeheuerlich vervielfältigend, voller Schrecken erwachen ließen. „Jetzt aber keinen Biſſen mehr!“ ſagte Margarethe mit
ihrer ſanften und doch ſo wohlklingenden Stimme.
Und es war dem Spanier angenehm, daß der Ton der⸗ ſelben jene Phantaſieen verjagte, in die er in der Erinnerung an ſein Fieber wieder zu verfallen Gefahr lief.
„Du haſt gut reden,“ fuhr das Mädchen lachend fort, als ihr Bruder ſie zurückhalten wollte.„Meinſt du, ich hätte zu Haus nichts zu thun? Herr Larioz wird mir Recht geben und es nicht übel deuten, wenn ich mich entferne.“
„Gewiß nicht, mein Kind,“ antwortete freundlich mit dem Kopfe nickend der Spanier.„Und mein herzlicher Dank be⸗ gleitet Sie. Hoffentlich habe ich auch in den nächſten Tagen nicht mehr nöthig, Ihre Güte in Anſpruch zu nehmen. Denke mir doch, Doktor Flecker werde mich aus ſeiner Kur ent⸗
laſſen.“ Der Tiger ſchüntelte mit dem Kopfe, als Don Larioz ſo ſprach. und bemächtigte ſich haſtig des letzten der Klöße, der ſich in der Schüſſel befand, nicht ohne ihn vorher mit einem wehmüthigen Blicke betrachtet zu haben, während Gottſchalk ſeine Schweſter, die dem langen Manne zum Abſchied freundlich die Hand gereicht, bis an die Treppe
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