Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

und Ihren Appetit werden Sie ſich bei dem Schmauſe keinen⸗ falls verderben.

Das junge Mädchen erhob ſich von ihrem Stuhle und ging nach dem gedeckten Tiſche, wohin der Tiger eilfertig einen dritten Teller und einen dritten Löffel holte.

Was haſt du denn für Ideen? ſagte Margarethe zu Gottſchalk ſo leiſe, daß es der Kranke nicht hören konnte;du kannſt doch nie Ruhe geben! Was werde ich denn mit euch eſſen?

Nur verſuchen ſollſt du, lachte ihr Bruder;von eſſen oder ſatt eſſen iſt freilich keine Rede; du ſollſt der Mutter ſagen, daß wir hier auch gut gekocht bekommen.

Margarethe ſetzte ſich kopfſchüttelnd nieder, ließ ſich eine Gabel in die Hand nöthigen und einen von den Klößen auf den Teller legen. Dann ſie, konnte aber dabei nicht un⸗ terlaſſen, zuweilen nach Herrn Larioz zu blicken, der mit ſei⸗ ner Krankenſuppe fertig war, den Topf neben ſich auf den Stuhl geſtellt hatte und mit zuſammengelegten Händen nach den Dreien hinüber ſchaute. Er vertiefte ſich dabei in Träu⸗ mereien über das, was er an jenem Tage auf dem Burg⸗ platze erlebt. Wenn er das ſchöne, edle Profil des jungen Mädchens dort am Tiſche ſah, beſonders aber, wenn ſie ihm auf einen Moment die großen, glänzenden Augen zuwandte, ſo kam es ihm vor, als habe ſie eine Aehnlichkeit mit jener unvergleichlichen Schönheit, die er in dem Atelier der Gebrüder Breiberg zu ſehen ſo glücklich und wieder ſo unglücklich ge⸗ weſen war. Gleich darauf aber mußte er über einen ſolchen Vergleich lächeln, denn er ſah alsdann ein, daß das Aeußere der Beiden himmelweit verſchieden war. Die Spanierin denn das war ſie, die er neulich geſehen hatte faſt blau⸗

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