Don Quixrote und Tiger. 279
degen in der Ecke und heute beſonders eine kleine Laute, welche der Schreiber vor einigen Tagen hervorgeſucht und mit neuen Saiten verſehen hatte.
Unterdeſſen hatte ſich Gottſchalk dem Tiſche genähert, wo der Tiger auf die Klöße und die Wurſt zeigte und dann pan⸗ tomimiſch zu verſtehen gab, Herr Larioz hätte ſelbſt Appetit darauf bekommen, doch habe ſie ihn ſchlauer Weiſe auf ſeine Krankenſuppe verwieſen. Dabei ſahen die ernſthaften Ge⸗ berden, welche die alte Perſon machte, ſo komiſch aus, daß Gottſchalk ſich auf die Lippen beißen mußte, um nicht laut hinaus zu lachen. Ein Kichern aber konnte er nicht unter⸗ drücken, und als hierauf ſowohl Don Larioz als Margarethe nach ihm hinblickten, ſagte er, um nicht nach dem Grunde ſeiner Luſtigkeit gefragt zu werden:„Heute, Margarethe, heute mußt du mit uns eſſen; der Herr Larioz wird's erlau⸗ ben, und wir thun es nun einmal nicht anders.“
Ueber die Züge des langen Mannes fuhr ein leichtes Lächeln, als er entgegnete:„Bei San Jago! mir ſcheint, unſer Mittageſſen ſtammt von den Broden ab, wovon eine geringe Anzahl ausgiebig war zur Speiſung von viertauſend Men⸗ ſchen. Ja, das muß ſo ſein, es liegt ein beſonderer Segen darauf. Da ſpeist die alte Frau und Gottſchalk mit großem Appetit, und nun wollen ſie das Fräulein da auch noch ein⸗ laden.“
„Nur des Spaßes halber,“ meinte Gottſchalk;„du kriegſt nicht viel, Schweſter, aber du mußt einmal ſehen, wie vor⸗ trefflich wir leben. Komm, ich bitte dich.“
Margarethe zögerte, doch ſagte Herr Larioz:„So thun Sie ihm den Gefallen; das iſt ein kleiner, eigenſinniger Menſch,


