Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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278 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

dabei nahm er ſeiner Schweſter das Geſchirr ab und trug es

zu dem Kranken hin.Ohne alles Gewürz, wie es Doktor

Flecker befohlen; von Margarethen ſelbſt gekocht, und die ver⸗.

ſteht's. Daß deine gute Schweſter das verſteht, habe ich ſchon

lange mit großem Danke empfunden, entgegnete würdevoll

Don Larioz.Wollen Sie nicht einen Augenblick Platz neh⸗

men? wandte er ſich an das junge Mädchen, die ſchüchtern

näher getreten war und ſich nach einer Handbewegung des

langen Mannes auf den Stuhl niederließ, von dem Gott⸗

ſchalk in aller Eile Haarbürſte und Spiegel entfernte. Den

Löffel hatte Herr Larioz in die Hand genommen. Er ver⸗ ſuchte die Suppe, und daß er ſie vortrefflich fand, zeigter ein freundliches Lächeln, welches um ſeine Mundwinkel ſpielte, ſowie ein dankbarer Blick, den er auf Margarethe warf. Obgleich dieſe ſchon öfter zur gleichen Stunde mit ihrem Bruder hier im Gemache geweſen war, ſo betrachtete ſie das⸗ ſelbe doch immer wieder mit neuer Verwunderung, denn es ſah hier ſo ganz anders aus als in den Zimmern, wo ſie 1 bis jetzt ſchon geweſen. Wie es ihrem Bruder am erſten Abend hier geſchehen war, ſo beſchäftigte auch ſie vor Allem das ernſte Bild über dem Kamin, das Don Larioz zu glei⸗ chen ſchien und doch wieder ſo viel Fremdartiges hatte; und wenn ſie von demſeben ihre Blicke auf dieſen ſelbſt nieder⸗ gleiten ließ, ſo kam ihr oft die Idee, wenn der da oben aus ſeinem Rahmen herabſtiege, ſo würde er wohl nicht ſeltſamer erſcheinen als Herr Larioz ſelbſt in ſeinem eigenthümlichen Anzuge, mit ſeinem ſo ganz fremdartigen Geſichte. Ferner beſchäftigten ſie die einfachen hölzernen Stühle, der lange Stoß⸗