Don Quixote und Tiger. 277
Sie, Herr Larioz, das muß ſehr umſtändlich und genau gekocht werden für ſo einen Kranken.“
„Ja, für ſo einen Kranken,“ murmelte der Schreiber. Dann ſetzte er lauter hinzu:„Ich möchte wohl, der Doktor dispenſirte mich von den ewigen Krankenſuppen; ich hätte Luſt zu was Feſterem.— Was habt Ihr heute?“
„Ach, du lieber Gott!“ entgegnete der Tiger faſt er⸗ ſchrocken,„etwas ſehr Unverdauliches: Klöße mit Wurſt. Wenn der Herr Larioz ſich erlaubte, davon was zu eſſen, ich glaube, der Herr Doktor Flecker brächte mich um. Ja, er brächte mich wahrhaftig um.“— Damit war ſie an das Fen⸗ ſter gelaufen und ſagte mit ſehr freudigem Tone der Stimme: „Sehen Sie, da kommen ſie ſchon; ſie ſind ſchon zum Hof—
thore herein.“ 1
„Ja, Gottſchalk mit ſeiner Schweſter. Was das für ein gutes und liebes Geſchöpf iſt! Und wie ſorgſam ſie die Suppe trägt! Ein ſo braves Mädchen gibt's nicht wieder; den ganzen Tag arbeitet ſie und beſorgt noch die Küche und
„So, ſie kommen?“
Alles— Sol jetzt will ich Ihnen das Handtuch geben und den Löffel.“
Sie trippelte bei dieſen Worten hinter einen hölzernen Verſchlag, holte die beiden eben genannten Sachen vor, reichte das Handtuch Herrn Larioz, der es auf ſeine Kniee breitete, und legte den Löffel neben ihn.
In dieſem Augenblicke traten Gottſchalk und Margarethe in das Zimmer; letztere trug einen kleinen Suppennapf und ſchien etwas befangen, als ſich Don Larioz gegen ſie umwandte und ihr freundlich mit dem Kopfe zunickte.
„Gerſtenſchleim, famos!“ ſagte luſtig der Knabe, und


